Thema: Fettsäuren
Alle Fragen und Antworten im Überblick

Hat der erhöhte Fettkonsum einer Low Carb High Fat-Ernährung Auswirkungen auf meinen Cholesterinspiegel?

Zu Beginn kann es zu einer Erhöhung des Gesamtcholesterins kommen. Durch die kohlenhydratarme, fettlastige Ernährung erhöht sich nämlich das HDL, das gute Cholesterin. Diese Erhöhung zeigt sich dann auch im Gesamtcholesterin und ist unbedenklich. Der Wert des Gesamtcholesterins allein (ohne HDL, LDL und Triglyceride) hat keine Aussagekraft, wichtig ist das Verhältnis von HDL zu LDL. Einen Überblick über Cholesterin und fettreiche Ernährung finden Sie hier.

Ist gesättigtes Fett ungesund?

Fette, egal welcher Herkunft, stellen in erster Linie bei kohlenhydratreicher Ernährung ein Problem für Figur und Gesundheit dar. Denn dann wird dieser Energielieferant nicht verwertet, sondern eingelagert.

Die gesättigten, mittelkettigen Fettsäuren (kurz MCT, Medium Chain Triglycerides) sind ein idealer Brennstoff: sie liefern schnelle Energie und sind besonders leicht verdaulich. In der Natur findet man MCT in Kokosöl, zum Teil auch in Butter.

Tatsache ist, dass es keine Studie gibt die beweist, dass gesättigte Fette ungesund sind. Im Gegenteil, eine Metanalyse aus 2010 kommt zu dem Schluss, dass es keine hinreichende Evidenz dafür gibt, dass gesättigte Fettsäuren ein Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen wären.

In 2014 bewies eine weitere Meta-Analyse, dass der Verzehr von gesättigten Fetten unbedenklich ist.

Viele weitere Informationen über Fette und Fettsäuren finden Sie hier.

Kann ich auch ohne Gallenblase eine Low Carb High Fat oder ketogene Ernährung durchführen?

Fehlt die Gallenblase, sollte man beim LCHF das Fett besser in kleinen Schritten erhöhen. Anwender berichten, dass sich der Körper auf diese Weise langsam an den höheren Fettkonsum anpasst. Zudem sind mittelkettige Fettsäuren aus Kokosöl oder MCT-Öl hilfreich, da mit ihrer Hilfe sehr schnell Ketonkörper produziert werden und deshalb weniger Fett gegessen werden muss.

Können auch Fette in Glucose umgewandelt werden?

Fette, die wir über die Nahrung zu uns nehmen, werden im Körper als Triglyceride gespeichert. "Tri" bedeutet drei. Triglyceride bestehen aus drei verschiedenen Fettsäuren, die an Glycerin gebunden sind. Glycerin ist ein Zuckeralkohol. Wenn die Triglyceride im Körper abgebaut werden, wird das zuvor gebundene Glycerin nun frei und kann in der Leber zu Glucose abgebaut werden. Dies geschieht jedoch in so geringen Mengen, dass es zur Berechnung der Kohlenhydratmenge bei einer LCHF-Ernährung keine Rolle spielt.

Warum nutzt das menschliche Gehirn Ketonkörper und nicht direkt Fettsäuren zur Energiegewinnung?

Das menschliche Gehirn kann Fette nicht nutzen, da diese nicht wasserlöslich sind und somit die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden können. Ketonkörper hingegen können die Blut-Hirn-Schranke problemlos passieren und so das Gehirn bis zu zwei Dritteln mit Energie versorgen. Den Rest gewinnt es aus der Gluconeogenese.
Muskeln aber beispielsweise können direkt Fettsäuren zur Energiegewinnung nutzen, sie benötigen keine Ketonkörper.

Warum produziert man nach einiger Zeit ketogener Ernährung weniger Ketonkörper?

Zu Beginn einer ketogenen Ernährungsweise produziert der Körper, wenn er erst einmal auf den Fettstoffwechsel umgestellt ist, eine große Menge, da er den Bedarf an Ketonen zur Energiegewinnung noch nicht "kennt" und deshalb möglicherweise überschätzt. Hinzu kommt, dass alle Gewebe, die direkt Fettsäuren nutzen können (wie Muskeln beispielsweise) und diese nicht erst in Ketonkörper wandeln müssen, weiterhin die Fettsäuren nutzen und deshalb zunächst ein Ketonüberschuss bestehen kann.
Nach und nach reguliert sich die Ketonproduktion, der Körper kann sie ideal nutzen und hat sich an die Verwertung angepasst.

Was bedeutet MCT?

MCT ist eine Abkürzung für Medium-Chain-Triglycerides, was auf Deutsch "Mittelkettige Fettsäuren" bedeutet. 
Es gibt 4 mittelkettige Fettsäuren, Capronsäure, Caprylsäure, Caprinsäure und Laurinsäure. Es kann zusätzlich mit angegeben werden, wieviele Kohlenstoffatome und wie viele Doppelbindungen die jeweilige Fettsäure enthält.
Caprylsäure (C 8:0) enthält beispielsweise 8 Kohlenstoffatome und keine Doppelbindung. Da mittelkettige Fettsäuren gesättigte Fettsäuren sind, haben sie alle keine Doppelbindungen.

Was geschieht mit Ketonkörpern, die nicht genutzt werden?

Beim Fasten oder lang anhaltender ketogener Ernährung kann die Leber beta-Hydroxybutyrat und Azetonazetat nicht vollständig nutzen und gibt die überschüssigen daher an das Blut ab. Ab einer bestimmten Konzentration im Blut werden die Ketonkörper über den Urin ausgeschieden.

Was geschieht wenn ich mich sehr kohlenhydratreduziert ernähre, mit meinem Körper?

Bei einer Umstellung auf eine sehr kohlenhydratreduzierte Ernährungsform leeren sich zunächst die Glykogenspeicher im Körper. Dies kann etwa 2 Tage in Anspruch nehmen. 

Anschließend ist der Stoffwechsel oft noch nicht ausreichend daran angepasst, Ketone zu bilden bzw. diese zur Energiegewinnung zu nutzen.

Deshalb kommt es nun zur Herstellung von Glucose aus Eiweiß oder auch zu kleinen Teilen aus Laktat, Pyruvat und Glyzerol. Das Eiweiß hierfür stammt aus der Nahrung, der Muskulatur und dem Reduzieren bestimmter Vorgänge im Körper, um Eiweiß für die Energiegewinnung "zu sparen".

Das Gehirn kann Ketonkörper noch nicht ausreichend nutzen, Herzmuskulatur, Niere und Skelettmuskulatur jedoch können ihren Bedarf bereits über Ketonkörper decken.
Das Gehirn erhält so noch ausreichend Glucose.

Je länger der Kohlenhydratentzug anhält, desto mehr werden Fettgewebe und Muskulatur zur Energiegewinnung herangezogen und es kann zu erhöhten Harnsäurewerten kommen, da durch die Glukoneogenese der Muskulatur Harnsäure entsteht (Proteolyse).

Da aber ein starker Muskulaturabbau auf Dauer stark gesundheitsgefährdende Auswirkungen hätte, beginnt nun nach wenigen Tagen auch das Gehirn zunehmend Ketone zu nutzen. Der Körper benötigt nun kein Eiweiß aus der Muskulatur mehr zur Glucosegewinnung, die Harnsäurewerte sinken und Sie befinden sich im Fettstoffwechsel. Die Glucoe, die der Körper noch benötigt, gewinnt er nun aus Eiweiß aus der Nahrung, oder, bei Fastenden, aus Laktat.

Mehr Informationen erhalten Sie außerdem im Artikel "Bildung von Ketonkörpern" und "Fettstoffwechsel".

Was ist das Besondere an MCT- und Kokosöl?

Die in MCT- und Kokosöl enthaltenen mittelkettigen Fettsäuren werden zum überwiegenden Teil nicht als Fett im Körper eingelagert, sie werden anders verstoffwechselt als langkettige Fettsäuren anderer Pflanzenöle oder tierischer Fette.

Die Fettsäuren im MCT- und Kokosöl werden direkt in Energie umgewandelt und stehen dem Körper unmittelbar als Ketone zur Verfügung. MCT- und Kokosöl versorgen langanhaltend mit Energie und bringt den Stoffwechsel dazu, verstärkt Kalorien zu verbrennen – Sie nehmen ab.

Außerdem können laut des "Kokosöl-Papstes" Bruce Five Kokosöl und MCT-Öl die Schilddrüsenfunktion verändern. Wer an einer trägen Schilddrüse mit Unterfunktion leidet, verbessert möglicherweise seine Stoffwechselfunktionen und die Funktion der Schilddrüse kann sich wieder normalisieren.

Mehr Informationen über Kokos- und MCT-Öl erhalten Sie hier.

Was muss ich bei Gallensteinen beachten?

Je mehr Fett gegessen wird, desto mehr Gallenflüssigkeit stellt der Körper her, um das aufgenommene Fett aufzulösen. Dies sorgt für eine gute Spülung der Gallenwege. Kleine Gallensteine können dadurch abgehen. Eine dauerhaft gute Spülung durch eine LCHF-Ernährung verhindert die Neubildung von Gallensteinen. Es gibt Studien die belegen, dass Gallensteine durch fettarme Diäten entstehen.

Sind die Gallensteine aber schon größer, kann es passieren, dass sie beim Ausspülen in den Gängen steckenbleiben. Eine Gallenkolik kann die Folge sein. Dies würde langfristig aber in den meisten Fällen auch bei einer kohlenhydratlastigen Ernährung passieren.

Was sind Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren?

Sowohl Omega 3- als auch Omega 6-Fettsäuren sind essenziell, das bedeutet, dass wir Menschen sie benötigen, um gesund zu bleiben.

Der Körper kann sie nicht selbst herstellen, wir müssen unseren Bedarf über die Nahrung decken. Das Verhältnis von Omega 3- zu Omega 6-Fettsäuren ist für unsere Gesundheit entscheidend. Es sollten höchstens fünfmal so viele Omega 6-Fettsäuren wie Omega 3-Fettsäuren verzehrt werden, da es sonst beispielsweise zu entzündlichen Prozessen im Körper kommen kann.

Seefisch und Innereien enthalten sehr viel Omega 3. Auch Leinöl enthält viel, jedoch nur in einer bestimmten Form, die der Körper kaum verwerten kann, weshalb es keine ausreichende Omega 3-Quelle darstellt.

In raffinierten pflanzlichen Speiseölen wie Sonnenblumenöl oder häufig in Rapsöl etc. liegt ein sehr schlechtes, ungünstiges Omega 3: Omega 6-Verhältnis vor. Bei der Auswahl Ihrer Lebensmittel sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht zu viele Omega 6-Fettsäuren zu sich nehmen. Ein ideales Verhältnis haben bspw. Fleisch vom Weiderind oder Weideeier.

Mehr über Fette und Fettsäuren erfahren Sie hier.

Was unterscheidet „gute“ von „schlechten“ Fetten?

Gesundes Fett, das wertvoll und wichtig für Ihren Körper ist, sind gesättigte Fettsäuren, die Sie neben Kokosöl aus tierischen Produkten erhalten. Kokosöl unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung von allen anderen pflanzlichen und tierischen Ölen bzw. Fetten.

Einfache ungesättigte Fettsäuren sind ebenfalls wichtig für den Körper. Sie sind beispielsweise in nativem Olivenöl, Avocados und einigen Nussorten enthalten.

Auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind gesund, wie beispielsweise Omega 3 und auch Omega 6, wenn sie im richtigen Maß und Verhältnis konsumiert werden.

Im Lauf der Zeit nahmen die Menschen aber mehr und mehr billige, stark verarbeitete, hydrierte und raffinierte, chemisch veränderte Speiseöle wie Sonnenblumenöl, Maisöl, Sojaöl etc. zu sich. Diese Öle oxidieren schnell und werden somit schnell ranzig, um das zu verhindern werden sie vielfachen Verarbeitungsschritten ausgesetzt oder, wie bspw. Sojaöl, parfumiert, um den Geruch zu verbessern. Diese Öle sollten Sie meiden und stattdessen auf unraffinierte, möglichst wenig verarbeitete Fette und Öle setzen.

Mehr über die verschiedenen Fette und Fettsäuren erfahren Sie hier.
Mehr über Speiseöle und ihre Einsatzgebiete erfahren Sie hier.
 

Welche Gewebe bzw. Organe können welche Stoffe zur Energiegewinnung nutzen?

Das Gehirn kann Glucose zur Energiegewinnung nutzen. Fettsäuren können die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden, daher muss das Gehirn beim Fasten oder bei ketogener Ernärhung Ketonkörper nutzen.

Die Niere, das Skelett und das Herz können Glucose, Fettsäuren und Ketonkörper nutzen.
Der Herzmuskel kann außerdem Laktat, Eiweiße und Pyruvat zur Energiegewinnung heranziehen.
Untersuchungen zeigen, dass das Herz effektiver arbeitet, wenn es neben Glucose auch Ketonkörper nutzt. 

Wo werden Ketonkörper produziert?

Die Bildung geschieht in der Leber. Gesunde Erwachsene produzieren bis zu 185 g Ketonkörper am Tag. Konkret bilden sich die Ketonkörper in den Mitochondrien der Leberzellen.
Beim Fasten entstehen die Ketonkörper aus den aus dem Fettgewebe freigestzten Fettsäuren. Bei ketogener Ernährung entstehen sie außerdem aus den Fettzellen der Nahrung.

Außerdem können auch Astrozyten (Sternzellen) im Gehirn selbst Ketone bilden.

Woran erkenne ich, ob ein Öl gut für mich ist?

Je weniger Verarbeitungsschritte ein Öl im Herstellungsprozess durchlaufen hat und je weniger es chemisch behandelt werden musste, desto eher sollten Sie zugreifen. Das betrifft echtes kaltgepresstes Olivenöl, Kokosöl und tierische Fette in Sahne, Ghee oder Butter.

Alle Öle, die aus Samen und Körnern gewonnen werden, müssen in der Regel vielfach mit chemischen Prozessen bearbeitet werden und sind sehr instabil, was sie leichter ranzig werden lässt. Dies betrifft vor allem Öle aus überwiegend mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Sonnenblumenöl, Distelöl oder Sojaöl oder auch Pflanzenmargarine, die aus hydriertem Baumwollsamenöl besteht.

Pflanzenöle, die viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, sollten Sie niemals zum Braten oder für andere Zwecke, bei denen hohe Temperaturen gefragt sind, verwenden, da bei großer Hitze ungesunde, gefährliche Transfettsäuren entstehen. 

Mehr über Fette und Fettsäuren erfahren Sie hier.
Mehr über Speiseöle und ihre Einsatzgebiete erfahren Sie hier.

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