Zu viele Kohlenhydrate
und die gesundheitlichen Folgen

Kohlenhydratkonsum seit Jahrzehnten steigend

Viele Menschen haben einen funktionierenden Kohlenhydratstoffwechsel und können ihr Gewicht gut halten und steuern, wenn sie abnehmen möchten. Auch die ein oder andere Süßigkeit, Chipstüte oder Kuchenorgie wird weggesteckt. Das Problem wäre für viele Menschen nicht der Zucker an sich, das Problem ist der maßlose Umgang mit selbigem.

Der Kohlenhydratkonsum in den westlichen Industrienationen steigt und steigt. Wurden um 1900 noch um die 31 Kilogramm Zucker pro Kopf jährlich verzehrt, sind es im Jahr 2000 schon rund 75 Kilogramm.

Viel zu viele Menschen bestreiten Ihre Hauptenergie aus kohlenhydrat- und kalorienreichen Lebensmitteln, die wenig Nährstoffe und Ballaststoffe enthalten. Doch wenn ein großer Teil der Nahrung nährstoffarm ist, wo sollen diese dann herkommen? Schon kleine Kinder essen zu viele Süßigkeiten und erhalten zu wenig Nährstoffe über ihre Nahrung. Wer jedoch so aufwächst, wird sehr wahrscheinlich auch als Jugendlicher und Erwachsener nicht anders essen und diese Art der Ernährung auch wieder an seine Kinder weitergeben – so entsteht Generation um Generation an übergewichtigen, gesundheitsgefährdeten Menschen.

Fettreich und kohlenhydratarm – die Nahrung unserer Vorväter

Für diesen Kohlenhydratkonsum ist unser Körper zu großen Teilen (noch?) nicht ausgelegt. Zucker, industriell gefertigte kohlenhydratreiche Produkte und raffinierte Mehle sind kein notwendiger Bestandteil der menschlichen Ernährung. Früher, zu Urzeiten, aßen die Menschen hauptsächlich Fleisch und Fett in Form von tierischen Bestandteilen, Eier und Gemüse oder Wurzeln. Süße aber auch seltene Highlights waren Beeren oder Honig. Obst konnte, da es noch keine Kühlsysteme gab, nicht eingelagert werden und stand deshalb nur begrenzt zur Verfügung.

Den Ackerbau gibt es in Europa erst seit etwa 2.000 Jahren, weltweit aber bereits seit etwa 10.000 bis 12.000 Jahren, da sich zu dieser Zeit die Gletscher zurückzogen und so Land entstand, das bewirtschaftet werden konnte. Das erscheint eine lange Zeit, ist aber evolutionsbiologisch betrachtet nur ein Wimpernschlag, hat es doch knapp 100.000 Jahre gedauert, bis sich der nahezu vegetarisch lebende Homo Sapiens an fast ausschließlich tierische Nahrung angepasst hatte. 

Noch nicht vollendete Anpassung an Kohlenhydrate Schuld an vielen Zivilisationskrankheiten?

In Gebieten, die erst sehr spät mit kohlenhydratreicher Kost in Berührung kamen wie in Nordwest-Europa, England, Irland, Schottland und Skandinavien, erkranken besonders viele Menschen an Zivilisationskrankheiten wie Herzkreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs.

In Nordafrika und dem Nahen Osten dagegen, wo sich die Menschen ebenfalls sehr kohlenhydratreich bzw. getreidereich ernähren, sind solche Krankheiten viel seltener. Eine Theorie hierzu ist, dass die dort lebenden Menschen eine gewisse Anpassung an kohlenhydratreiche Ernährung bereits hinter sich haben, da diese dort bereits viel länger praktiziert wird. So wurde auch an mumifizierten Ägyptern aus der Zeit der Pharaonen bereits Arteriosklerose entdeckt.

Nachforschungen des Arztes und Vertreter der kohlenhydratarmen Ernährung, Dr. Wolfgang Lutz, ergaben, dass die Verbreitung ernährungsbedingter Zivilisationskrankheiten dort am größten ist, wo die Kohlenhydrate am spätesten Einzug hielten bzw. wo Völker sich verbreiteten, die noch nicht ausreichend an Kohlenhydrate gewöhnt waren.

Verdeutlicht man sich, wie stark seit den 60er und 70er Jahren der Anteil an industriell hergestellter Nahrung angestiegen ist, wie viel mehr Zucker heute unseren Lebensmitteln zugesetzt ist und wie schwer es ist, den Kohlenhydraten zu "entkommen", wenn man dies bewusst tun möchte, erscheint es eigentlich nur ganz logisch: Wir Menschen aus den westlichen Industrienationen essen generell zu viele Kohlenhydrate, wenn wir nicht genau darauf achten, was in unseren Lebensmitteln enthalten ist!
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Dr. Wolfgang Lutz ist einer der Urväter der kohlenhydratarmen Ernährung und hat selbst jahrzehntelang beobachtet, erforscht und dokumentiert. Sein wissenschaftliches und umfassendes Buch stellt spannende Thesen auf und beleuchtet zahlreiche Erkrankungen.
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Wer süß isst, möchte es bald immer süßer

Hinzu kommt, dass das ständige Essen von süßer Nahrung die Geschmacksrezeptoren desensibilisiert – wir essen immer süßer. Um also den gleichen geschmacklichen Effekt unseres süßen Tees zu erzielen, müssen wir irgendwann mehr Zucker hineingeben, damit er genauso süß schmeckt wie wir es gerne haben möchten.

Manchen Menschen reicht die natürliche Süße von Obst nicht mehr aus, sie müssen es noch zusätzlich zuckern. Dabei ist Obst, wenn es ausreichend gereift hat, für einen Menschen, der wenig Zucker isst, eindeutig süß. Natürliche Lebensmittel, die von Natur aus Zucker enthalten, schmecken nicht mehr ansprechend genug und müssen zusätzlich gesüßt werden. Dies ist auch ein Problem, das viele Eltern haben, deren Kinder keinen ungesüßten Tee, kein Wasser, kein Gemüse essen möchten – sie bevorzugen die Süße der Limonaden, Cornflakes und Schokoaufstriche.

Doch was passiert im Körper, wenn zu viele Kohlenhydrate verzehrt werden? 

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel und seine Folgen

Der ständige Verzehr von zucker- und stärkehaltigen Lebensmitteln erhöht den Blutzuckerspiegel, was zur Bildung von sog. AEGs führt (Advanced Glucation Endproducts). Dies sind schädliche Stoffe, die uns vorzeitig altern lassen und die entstehen, wenn sich Fette oder Eiweiße mit Zucker verbinden. Auch stehen AEGs im Verdacht Insulinresistenz zu fördern und Entzündungen im Körper auszulösen. Auf Dauer werden sie im Körper eingelagert. Abgesehen von blutzuckererhöhender Nahrung kann auch Rauchen die Bildung von AEGs fördern. Sie werden auch mit der Bildung von Grauem Star in Verbindung gebracht, werden auch bei Alzheimer-Patienten gefunden und sollen Auslöser chronischer Entzündungen sein.

Die weißen Blutkörperchen können einen Teil der AEGs unschädlich machen, jedoch sorgt Zucker leider zusätzlich dafür, dass diese Fähigkeit unterdrückt wird. So hat eine Studie aus dem Jahr 1973 gezeigt, dass Zuckerverzehr diese Fähigkeit der weißen Blutkörperchen bis zu 5 Stunden lang um 50% herabsetzt. Wer also den ganzen Tag über zucker- und stärkehaltige Nahrungsmittel zu sich nimmt, torpediert seine körpereigene Müllabfuhr kontinuierlich.
Gerade der Verzehr von eiweißreicher Nahrung mit Fructose kann die Bildung von AEGs begünstigen. Je mehr Zucker und Stärke konsumiert werden, desto mehr AEGs werden gebildet.

Insulinresistenz und Diabetes Typ 2 als Folge eines erhöhten Blutzuckerspiegels

Der Zusammenhang einer Insulinresistenz und des Konsums von Zucker und Kohlenhydraten ist unbestritten. Auch als Nicht-Diabetiker kann man an einer Insulinresistenz leiden, wozu bei unserer heutigen westlichen Ernährung sehr viele Menschen gehören dürften. Eine Insulinresistenz zeichnet sich durch einen Nüchtern-Blutzuckerspiegel von mehr als 90 mg/dl aus.

Ein „zu viel“ an Kohlenhydraten hat viele Gesichter

Es gibt Menschen, die grundsätzlich nur niedrig-glykämische Lebensmittel vertragen, weil sie sich sonst auf vielfache Weise schlecht fühlen. Atkins bezeichnet das beispielsweise ganz passend als „Kohlenhydratunverträglichkeit“.

Wieder andere haben sehr starke Blutzuckerschwankungen und leiden an einer sog. „Hypoglykämie“, einer mit bestimmten Tests medizinisch nachweisbaren starken Unterzuckerung nach dem Verzehr von Kohlenhydraten, auch hier muss der Kohlenhydratkonsum je nach Ausprägung unterschiedlich stark eingeschränkt werden.

Dann gibt es Menschen, die eine gewisse Menge Kohlenhydrate vertragen, wenn diese aber überschritten wird oder zu häufige Kohlenhydratorgien stattfinden, spüren diese Menschen die Folgen recht deutlich.

Außerdem gibt es Menschen, die jahrzehntelang kohlenhydratreich („westlich“) gegessen haben, und nun ab ihrer Lebensmitte feststellen, dass sie nicht mehr abnehmen, immer müder werden oder diffuse Symptome bekommen, die sie nicht zuordnen können.
Hinzu kommen Kinder und Jugendliche, deren schulische Leistungen nachlassen, die unruhig sind, aufgekratzt und sich nicht konzentrieren können.

Migräne, Herz-Kreislauferkrankungen, Fettleber, chronische Müdigkeit, Epilepsie, Diabetes
Die Liste, welche Krankheitsbilder und Symptome kohlenhydratreiche Ernährung insbesondere bei Menschen, die dies nicht vertragen, aber auch bei ursprünglich gesunden Menschen, die keinen gestörten Kohlenhydratstoffwechsel haben, verstärken oder befeuern kann, ist endlos und vielschichtig.

Zucker enthält keinerlei Nährstoffe und ist nichts weiter als Kalorien ohne Nährwert. Zudem ist er ein Nährstoffräuber. So verbraucht der Körper bei Zuckerkonsum beispielsweise seine Vorräte an diversen Vitaminen und Mineralstoffen auf. Wenn nun Zucker in Form von raffinierten und einfachen Kohlenhydraten einen großen Bestandteil der Nahrung darstellt, geht dies auf Kosten anderer Nahrungsbestandteile, die den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen würden – der Körper kann so in einen Mangelzustand geraten, was wiederum vielfache gesundheitliche Folgen nach sich zieht. So kann Zucker dem Körper Chrom entziehen, das wiederum für die Insulinbildung benötigt wird.

Mangelernährung trotz eines Übermaßes an Nahrungsangebot

Doch nicht nur, dass Zucker Nährstoffe raubt – wer sich viel von raffiniertem Weißmehl, zucker- und stärkereichen Lebensmitteln wie weißem Reis und Kartoffeln ernährt, nimmt auch viel zu wenig Nährstoffe auf. Diese befinden sich bei Weizen beispielsweise im Keim und der Schale, die aber entfernt werden, so dass ein stärkereiches aber nährstoffarmes Lebensmittel zurückbleibt. Weißmehlprodukte (Brötchen, Weißbrot, Brezen etc.), weißer Reis, Kartoffeln und gesüßte Speisen machen für sehr viele Menschen einen Großteil ihrer Ernährung aus. Die Fette, die sie zu sich nehmen, sind dann häufig Margarine und raffinierte Pflanzenöle, die leicht oxidieren und Transfette bilden, die für den Körper schädlich sind.

Übergewichtige Menschen essen meist weniger Ballaststoffe und Gemüse als schlanke – sie sind also nicht nur dick, sondern möglicherweise auch noch mangelernährt.

Nährstoffarme Nahrung fordert den Körper deutlich mehr als nährstoffreiche. Das bedeutet, dass wir eine größere Menge an Nährstoffen verbrauchen, um die leeren Kalorien aus dieser Nahrung verarbeiten und verstoffwechseln zu können. Auf lange Sicht kann diese Form des Nährstoffverbrauchs aufgrund Fehlernährung auch zu Schilddrüsenproblemen führen.
Im Gesundheitsbereich dieser Website finden Sie eine Übersicht über Krankheiten, die mit kohlenhydratreicher, zuckerhaltiger Kost in Verbindung gebracht werden und die durch eine LCHF-Ernährung deutlich gebessert oder sogar geheilt werden können.

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