Low Carb High Fat
Für Einsteiger kurz erklärt

Low Carb High Fat vs. Low Carb

Low Carb High Fat bedeutet auf Deutsch „Wenig Kohlenhydrate, viel Fett“. Vielleicht kennen Sie den Begriff Low Carb bereits, da er in den letzten Jahren auch in Deutschland immer populärer wurde. Ziel ist es generell bei einer Low Carb-Ernährung, den Kohlenhydratanteil in der Nahrung deutlich zu reduzieren
Bei einer Low Carb-Ernährung wird im Gegensatz zu einer Low Carb High Fat-Ernährung nicht zwingend der Fettanteil erhöht, es kann auch sehr kalorienarm oder eiweißreich gegessen werden.

Kohlenhydrate heute als Hauptenergielieferant

Der Körper gewinnt seine Energie aus den drei Energielieferanten Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett, wobei Eiweiß überwiegend als Baustoff fungiert. Die meisten Menschen in unserer westlichen Welt nutzen als Hauptenergielieferant vor allem Kohlenhydrate.

Sie sind überall: In unserem Frühstücksmüsli, dem Brötchen und Brot, in Obst, auch in Gemüse, in Milchprodukten, in Soßen, Nudeln, Kartoffeln und Reis aber eben auch in Form von zugesetztem Zucker überall dort, wo der Durchschnittsverbraucher, der sich noch nicht intensiv mit Zusatzstoffen in Lebensmitteln beschäftigt hat, sie garantiert nicht vermutet. So enthalten auch viele Wurstsorten, Streichkäse, Brotaufstriche und Tiefkühlspinat zugesetzte Formen von Zucker. Dem Zucker zu entkommen wird unmöglich, wenn man Fertigprodukte kauft und viel in Schnellrestaurants isst.

Low Carb heißt eigentlich auch weitestgehend Verzicht auf industriell gefertigte Produkte

Menschen, die sich im ursprünglichen Sinne „Low Carb“ ernähren, verzichten nun in erster Linie auf industriell hergestellte Produkte und auf die sog. „einfachen Kohlenhydrate“, die sehr schnell in Glucose aufgespalten werden und daher im Blut eine starke und schnelle Insulinausschüttung bewirken. Diese "schnellen" Kohlenhydrate findet man in Weißmehlprodukten, weißem Reis, Süßigkeiten und Schokolade aber, je nachdem wie strikt man diese Ernährungsweise durchführt, verzichten Menschen, die Low Carb machen, auch auf Vollkornprodukte sowie sämtliche Getreidesorten und somit auch auf Vollkorn-Nudeln und -Pizza, Kartoffeln, auf sehr fructosehaltiges Obst wie Bananen und Ananas (oder sogar auf sämtliches Obst), auf stärkehaltiges Gemüse wie weiße Bohnen, Erbsen oder Hookaido-Kürbis, auf gewisse Milchprodukte und auf Alkohol.

Doch so wie es die sogenannten "Pudding-Vegetarier" gibt, die sich zwar vegetarisch aber in hohem Maße ungesund ernähren, gibt es auch Menschen, die eine kohlenhydratreduzierte Ernährung durchführen und dennoch nicht natürliche und in der Kritik stehende Lebensmittel wie Sojaprodukte, Eiweißpulver, massenhaft künstliche Süßstoffe etc. zu sich nehmen. Hier in diesem Portal ist mit Low Carb oder Low Carb High Fat immer eine Ernährungsweise gemeint, bei der auf möglichst ursprüngliche, unverarbeitete Lebensmittel zurückgegriffen wird. Die Grundsätze einer gesunden LCHF Ernährung werden in diesem Portal ebenfalls dargestellt.
 

Energie aus Fettsäuren gewinnen

Wenn nun der Kohlenhydratanteil in der Nahrung stark reduziert wird, bedeutet das für den Körper zunächst eine gewaltige Umstellung, da er seine Energie nun auf andere Art gewinnen muss, da schnell energieliefernde Glucose nicht mehr in ausreichendem Umfang zur Verfügung steht – er muss erst wieder „lernen“ Fettsäuren in Ketone zu wandeln und diese als Energieträger zu nutzen. Diese Umstellung kann je nach Gesundheitszustand, Stoffwechsel und Veranlagung einige Tage bis Wochen in Anspruch nehmen. Möglicherweise haben Sie schon einmal gefastet, dann kennen Sie solch eine Umstellungsphase bereits. Wer sich dauerhaft im sogenannten Fettsoffwechsel befindet und seinen Körper durchgängig mit Ketonen versorgt, ernährt sich ketogen.

Bei einer Low Carb High Fat-Ernährung wird der Kohlenhydratanteil stark reduziert, der Fettanteil auf mindestens 60% der Nahrungskalorien erhöht, der Eiweißanteil wird moderat gehalten, da zu viel Eiweiß die Bildung von Ketonkörpern gefährden kann, da der Körper mittels Eiweißverzuckerung (Gluconeogenese) aus Glucose Energie herstellen kann. Die positiven Aspekte von gesunden Fetten sind wichtiger Bestandteil des LCHF-Ernährungsprogramms.

Fettangst überwinden und gesunde Fette genießen

Die Angst vor Fett steckt vielen Menschen in den Knochen – haben wir doch alle gelernt, dass Fett ungesund ist, den Cholesterinspiegel erhöht, Fettleber verursacht, die Arterien verstopft, träge und natürlich dick macht. Doch es zeichnet sich immer mehr ab, dass diese Fettangst ein Schreckgespenst ist, dass einen nicht unbeträchtlichen Anteil daran hatte, dass die Menschen immer dicker, kränker und müder werden.

Denn als der Fettanteil in der Nahrung reduziert wurde, was etwa ab den 70ern in den westlichen Ländern geschah, wurde dafür – Sie ahnen es vielleicht – der Zuckeranteil erhöht. Denn Zucker ist kalorienarm, Fett sehr kalorienreich. Und immer noch glauben viele Menschen, dass es vor allem die Kalorien wären, die gezählt werden müssten, um schlank und gesund zu bleiben. Tatsächlich aber spielt die Wertigkeit eines Lebensmittels und die Art der Kalorien eine sehr große Rolle. Würden Menschen dies bedenken, kämen sie einer LCHF-Ernährung ein ganzes Stück näher.

Low Carb High Fat widerspricht vielem, was gemeinhin als gesunder Ernährungsstil gilt. Vegane Ernährung ist Trend, gilt vielen als gesund und modern, aber Fett ist nicht unbedingt sexy.

Dabei ist es das Fett, was dafür sorgt, dass uns Essen richtig gut schmeckt: Auflauf knusprig mit Käse überbacken, frisch geschlagene Sahne zum Obst, Mayonnaise zum Ei, Sauce Hollandaise zum Gemüse, Butter (nicht Margarine!) aufs Brot, Fleisch mit Fettrand, Öl im Salat – all das wurde die letzten Jahrzehnte vielfach als ungesund bezeichnet. Low Carb High Fat schlägt nun den gegenteiligen Weg ein: Sie sollen gesundes Fett essen, ja Sie müssen geradezu gesundes Fett essen, wenn Sie die Kohlenhydrate reduzieren. Eine Übersicht über verschiedene Fettsäuren und ihre gesundheitliche Bewertung finden Sie hier.

Fettreduziert und Low Carb macht hungrig und funktioniert nicht

Manche Menschen, die es mit Low Carb bereits als Diätmaßnahme versucht haben, haben diese Ernährung irgendwann aufgegeben, da doch immer wieder der Magen knurrte oder der Genuss einfach auf der Strecke geblieben ist. Sie waren der Meinung, auch den Fettanteil möglichst gering halten zu müssen und hatten so eine sehr eiweißreiche Ernährungsweise und wurden nicht satt.

Mit Low Carb High Fat dagegen muss man keinen Hunger haben. Möglicherweise werden Sie nach ein paar Monaten gar keine andere Ernährungsweise mehr durchführen wollen, weil Sie noch nie zuvor so auf Ihren Köper geachtet haben wie jetzt, sich noch nie so mit Nahrung auseinandergesetzt habe, sich gesünder und aktiver fühlen und nicht mehr zurück möchten in die alte kalorienarme aber kohlenhydratreiche Ernährungsweise.

Wie stark Sie dabei die Kohlenhydrate reduzieren hängt von den Zielen ab, die Sie erreichen möchten und wie gut Sie sich mit den Einschränkungen fühlen. Das Ziel der Ernährungsumstellung ist hier entscheidend, denn Low Carb High Fat kann sehr moderat, eher streng aber auch für Menschen mit bestimmten Erkrankungen sehr sehr strikt durchgeführt werden. Auch wenn Sie keine strikte ketogene Ernährung durchführen, können Sie natürlich von einem stabilen Blutzuckerspiegel und vielen gesundheitlichen Vorteilen profitieren und abnehmen.

Low Carb High Fat ist die logische Fortentwicklung von Low Carb und für viele Menschen geeignet. Sprechen Sie dennoch mit Ihrem Arzt, ob aus seiner Sicht gewichtige Gründe dagegensprechen. Hier finden Sie eine Übersicht, wer keine LCHF-Ernährung oder ketogene Ernährung durchführen sollte.

Low Carb High Fat als Prophylaxe und Therapie bei vielen Krankheiten und Symptomen

Leider hilft auch eine kohlenhydratreduzierte, fettreiche Ernährung nicht gegen jede Krankheit und nicht jeder Mensch ist mit dieser Ernährungsweise glücklich und auch nicht jeder Mensch nimmt damit ab.

Unbestritten dürfte aber mittlerweile sein, dass wir zu viel Zucker konsumieren und zu viele Fertigprodukte, die für uns nicht mehr nahrhaft im ursprünglichen Sinn sind sondern für die meisten eine ernsthafte Gesundheitsgefahr darstellen. So ist die nicht alkoholische, zuckerbedingte Fettleber deutlich weiter verbreitet als Sie vermutlich glauben.

Migräne, Aufmerksamkeitsstörungen, Alzheimer, Reizdarm, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Blutzuckerschwankungen mit all ihren gesundheitlichen und psychischen Folgen können durch den Verzehr von zu viel Zucker, Weißmehl und Stärke begünstigt oder verstärkt werden.

LCHF kann hier wie eine Therapie wirken – manchmal ist sie die einzig wirkungsvolle Therapie gegen Migräneanfälle.
Wagen Sie einen Versuch und stellen Sie, wenn gesundheitlich nichts dagegen spricht, Ihre Ernährung für einige Monate um, um die grundlegenden Veränderungen in Ihrem Körper auf sich wirken zu lassen. Anschließend treffen Sie eine Entscheidung, wie Sie Ihren Körper in Zukunft ernähren möchten.

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