AD(H)S und Konzentration
Ernährung als verstärkender Faktor?

Kinder mit Aufmerksamkeitsdefiziten und Hyperaktivität werden mehr

Immer mehr Kindern und Jugendlichen wird eine Aufmerksamkeits-Defizit-Störung oder eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung diagnostiziert. Waren Kinder mit dieser Diagnose vor 25 Jahren noch wahre Exoten in den Kindergärten und Schulen, nimmt heute die Anzahl der an diesem Syndrom leidenden Kinder rasant zu. Doch nicht nur Kinder können an ADS oder ADHS leiden, auch Erwachsene.

Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. In der Diskussion stehen genetische Faktoren aber auch die Erziehung, das Umfeld, Störungen im Neurotransmitterhaushalt (u. a. Mangel an Serotonin und Dopamin) oder Veränderungen im Gehirn.

Symptome sind Aufmerksamkeitsdefizite, Hyperaktivität und mangelnde Impulskontrolle. Hinzu kommen zahlreiche Nebensymptome wie Stimmungsschwankungen, geringe Stresstoleranz, Ungeduld, Vergesslichkeit, die Neigung zu Süchten und die Unfähigkeit organisiert und planvoll vorzugehen.

In der Schule sind Kinder mit ADHS oft die Störenfriede. Sie bleiben nicht sitzen, haben starken Bewegungsdrang, nerven die Mitschüler und Lehrer. Zuhause können sie sich nicht auf die Hausaufgaben konzentrieren, haben vielleicht Angst vor der Schule oder werden aggressiv gegen die Eltern. Kinder mit ADS sind häufig träumerisch, in sich gekehrt, reagieren verlangsamt und blenden ihre Umgebung aus.

Die schulmedizinische Standardtherapie besteht derzeit aus Betäubungsmitteln, die das Bewusstsein der Kinder verändern. Manche Kinder sind dankbar für die Medikamente, da sie sich wieder wie sie selbst fühlen können und in der Lage sind, den Alltag zu bewältigen, andere fühlen sich betäubt und wie unter Wasser. Die Liste an Nebenwirkungen ist sehr lange, Appetitlosigkeit und Schlaflosigkeit sind häufig möglich. Eltern wiederum befinden sich hier in einer sehr schwierigen Situation, da sie nicht wissen, was die für Ihr Kind richtige Vorgehensweise und Therapie ist. 

Zuckerreiche Ernährung putscht Kinder auf

Gerade Kinder sind heute überall von zuckerreicher Ernährung umgeben. Die Lebensmittel im Supermarkt, die speziell für Kinder produziert werden, sind knallig, bunt, mit Sammelfiguren und dem Lieblingshelden aus der Comicserie im Fernsehen – und voller Zucker. Milchschnitte, Knoppers, Schokoladen- und Erdbeermilch, Fruchtjoghurts, zuckerreiche „Cerealien“, Schokohörnchen und süße Teilchen beim Bäcker in der Schule, all dies halten viele Erwachsene für eine kindgerechte Ernährung oder setzen Süßigkeiten gezielt zur Belohnung ein. Darüber hinaus haben Eltern natürlich auch nicht immer die Kontrolle, wo ihre Kinder welche Nahrung zu sich nehmen oder selbst kaufen.

Hinzu kommen schon im Kindergartenalter zahlreiche Gelegenheiten zum Feiern: Ein Kind hat Geburtstag, ein anderes hat ein Geschwisterchen bekommen, eine neue Erzieherin feiert ihren Einstand, eine andere ihren Ausstand, ein neues Kind ist in der Gruppe, Sommerfest, Weihnachtsfeiern, Ostern, Erntedank. All diese Gelegenheiten werden in der Regel mit Kuchen, Törtchen, Bonbons und Schokolade gefeiert, wobei sich zunehmend auch Kitas und Kindergarten mit "Süßigkeitenverbot" etablieren.

Der ständige Zucker kann Kinder aufputschen, macht sie rastlos, überdreht, aggressiv und stört ihre natürliche Konzentrationsfähigkeit und Ausgeglichenheit. Statt sich langanhaltend gesättigt und stabil zu fühlen, leiden empfindliche Kinder unter ständigen Blutzuckerschwankungen und fallen am Nachmittag in ein Leistungstief, das sie weinerlich oder unkonzentriert macht – die schlechteste Voraussetzung für das Erledigen von Hausarbeiten und Aufgaben.

Untersuchungen an AD(H)S-Kindern und Erwachsenen haben gezeigt, dass ihr Zuckerstoffwechsel verlangsamt ist und das Gehirn in Teilen, die für Konzentration zuständig wären, mit Glucose unterversorgt ist. Bei kohlenhydratreicher Ernährungsweise nutzt das Gehirn Glucose automatisch als Energiequelle, sie ist schnell verfügbar und einfach zu verwerten. Ist das Gehirn jedoch aus unterschiedlichsten Gründen mit Energie unterversorgt, beispielsweise durch einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel bzw. kann es die zur Verfügung stehende Energie nicht ausreichend nutzen, leidet man an eben jenen Symptomen: Gereiztheit, Aggressivität, Konzentrationsschwierigkeiten etc.

Ketone versorgen das Gehirn stabil mit Energie

Zuckerfreie, kohlenhydratarme Ernährung mit gesunden Fetten versorgt den Körper dagegen langanhaltend und sättigend mit Energie. Erste Forschungen zeigen, dass Betroffene auch davon profitieren, Gluten und Casein zu meiden und keine Farb- und Konservierungsstoffe zu essen.

Auch hochwertige Proteine versorgen den Körper mit Energie. Besonders hilfreich für Menschen mit AD(H)S oder generell Symptomen, die in diese Richtung deuten, sind tyrosinreiche und nährstoffdichte Lebensmittel wie nicht mit Schadstoffen belasteter Fisch, Fleisch aus Bioproduktion oder besser aus Weidehaltung, Nüsse und Samen, kohlenhydratarme Gemüsesorten wie Blumenkohl, Brokkoli, Spinat, Tomaten, Zucchini, Salat etc. und gesunde Öle und Fette wie Butter, Kokosöl oder auch Leinöl und bestimmte Nussöle.

Eine nicht erkannte Glutenintoleranz kann ebenso zu AD(H)S-Symptomen führen. Konzentrationsschwierigkeiten und Verwirrung sind nur einige der Symptome, die hier auftreten können. Es empfiehlt sich deshalb in jedem Fall, testweise glutenfrei zu essen und glutenhaltige Getreide durch Nussmehle zu ersetzen und bspw. Brot und Brötchen aus Samen und Nüssen selbst zu backen und zu sehen, ob sich dadurch eine Veränderung ergibt.

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