Als Vegetarier LCHF durchführen
Ohne Fleisch und Fisch in Ketose kommen

Fleisch und Fisch wichtiger Bestandteil einer Low Carb High Fat Ernährung

Grundsätzlich ist es in jedem Fall einfacher, sich nach LCHF oder generell kohlenhydratreduziert zu ernähren, wenn man Fleisch und Fisch isst, auch wenn Low Carb High Fat entgegen vieler Meinungen keine prinzipiell fleischlastige Ernährungsweise ist.

Wenn auf die Qualität der tierischen Produkte geachtet wird, stellen diese eine wichtige und wertvolle Quelle für Makro- und Mikronährstoffe dar und zudem kann Fleisch langanhaltend sättigen, vor allem natürlich fettige Stücke.

Nichtsdestotrotz möchten sich immer mehr Menschen aus den verschiedensten Gründen fleisch- und fischfrei ernähren, und auch diese können relativ problemlos die Kohlenhydrate stark reduzieren und in Ketose gelangen.

Von Ernährungstipps für Veganer möchten wir an dieser Stelle bewusst Abstand nehmen. Eine vegane Ernährungsweise ist in Zeiten der Massentierhaltung und Ausbeutung moralisch und ethisch sicher bewunderns- und nachahmenswert – jedoch nach unserem Verständnis mit einer LCHF-Ernährung nicht kompatibel. So viele Grundsätze und Säulen würden ausgehebelt, umgangen oder ersetzt, dass von der ursprünglichen LCHF- oder ketogenen Ernährung nicht viel übrig bliebe.

Butter oder Ghee, Käse, Sahne, Creme Fraiche und Eier werden in sehr vielen LCHF-Rezepten eingesetzt und verwendet. Jedoch legt LCHF großen Wert auf artgerechte Tierhaltung und wenn möglich auf den Bezug regionaler und saisonaler Produkte, was ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Wohl der Tiere und des Menschen in seiner Umwelt darstellt.

Die verschiedenen Gruppen der Vegetarier

Vegetarier lassen sich je nach Verzehrgewohnheiten grob in verschiedene Gruppen einteilen. 
 
  • Pescetarier: Diese essen tierische Produkte und Fisch, jedoch kein Fleisch. Für sie sollte eine LCHF-Ernährung quasi überhaupt kein Problem darstellen.
  • Ovo-Vegetarier: Sie essen Eier, jedoch sonst keine tierischen Produkte, kein Fisch und kein Fleisch. Für sie ist eine LCHF-Ernährung nicht ratsam, da sehr schwierig durchzuführen. Da bei einer LCHF-Ernährung auch weitestgehend auf Hülsenfrüchte verzichtet wird, fehlen sonst weitere wichtige Proteinquellen.
  • Lakto-Vegetarier: Sie essen Milchprodukte jedoch keine Eier, kein Fleisch und keinen Fisch. Viele LCHF-Rezepte enthalten Eier, jedoch sind im Rezeptteil zahlreiche eifreie Rezepte angegeben. Außerdem lassen sich Eier im Notfall auch ersetzen. 
  • Ovo-Lakto-Vegetarier: Sie verzichten nur auf Fleisch und Fisch, Milchprodukte und Eier jedoch werden verzehrt. Hier muss auf eine gute Eiweißzufuhr geachtet werden, ansonsten müsste eine LCHF-Ernährung problemlos durchführbar sein.

Gemüse und Öle spielen die Hauptrolle

Auch bei einer LCHF-Ernährung, die mit Fleisch und Fisch durchgeführt wird, spielt Gemüse mit gesunden Fetten die Hauptrolle. Daher kann sich ein Vegetarier auch sehr einfach kohlenhydratarm und fettreich ernähren. 
Da Sättigungsbeilagen wie Kartoffeln, Nudeln und Reis natürlich wegfallen, müssen Vegetarierer hier ebenso wie Fleischesser umdenken.

Kohlrabi und Blumenkohl statt Kartoffeln, Gemüsenudeln aus dem Spiralschneider statt Weizennudeln und Blumenkohlreis als Reisersatz – so kommen auch Vegetarier auf ausreichend Nährstoffe und Kalorien. 
Soßen mit gesundem Kokosöl, Olivenöl, Butter, Schmalz, Creme Fraiche oder Sahne machen langanhaltend satt und halten den Blutzuckerspiegel stabil.

Auf Sojaprodukte verzichten

Als gesunde Eiweißquellen dienen Vegetariern bei LCHF Nüsse, Milchprodukte wie Molke, welche nach neuesten Erkenntnissen die höchte biologische Wertigkeit besitzt, und Eier. Jedoch muss darauf geachtet werden, nicht übermäßig viel Eiweiß zu verzehren, da sonst das Verbleiben in Ketose oder überhaupt das Erreichen des Fettstoffwechsels durch Gluconeogenese gefährdet werden könnte.

Auf Soja/Tofu sollten Sie als Eiweißquelle besser verzichten. Wissenschaftliche Aussagen hierzu sind sehr gegensätzlich und widersprüchlich, die Studienlage ist nicht eindeutig.

Bekannt ist jedoch, dass Soja sehr viel Phytinsäure enthält, die nur durch bestimmte Zubereitungsformen wie Keimen oder Fermentation deutlich reduziert werden kann – die meisten Produkte, die Soja enthalten, enthalten jedoch sehr viele Lektine und Phytinsäure, da sie nicht auf diese Art zubereitet werden. Ausnahmen sind hier zum Beispiel Miso oder Tempeh, diese können bedenkenlos verzehrt werden.

Phytinsäure hat die Eigenschaft, Mineralstoffe wie Magnesium, Zink und Eisen im Körper zu binden. Wer nun häufig Sojaprodukte isst, läuft Gefahr, auf lange Sicht an Nährstoffmängeln zu leiden – speziell Vegetarier. Fleisch nämlich schwächt die mineralienbindende Eigenschaft ab, weshalb der Verzehr von Fleisch und Soja zur selben Zeit bzw. innerhalb einer Mahlzeit weniger starke Auswirkungen hat.

Lektine können in größeren Mengen zu Entzündungen führen, da sie die Darmwände porös machen können. Gerade Menschen mit Reizdarm oder Leaky Gut sollten deshalb keine Sojaprodukte essen. Zudem enthält Soja Hämagglutinin, einen Stoff, der die Blutgerinnung fördert und so zu Verklumpungen roter Blutkörperchen führen kann. Wer nun an einem Leaky Gut bzw. Reizdarm leidet, läuft Gefahr, dass Hämagglutinin über den Darm in den Rest des Körpers gelangt.

Hinzu kommt, dass Soja eine große Menge an mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren enthält, die, in unausgewogenem Verhältnis verzehrt, entzündungsfördernd sind.

Auch Menschen, die an Schilddrüsenerkrankungen leiden, sollten Soja meiden, denn Soja kann dafür sorgen, dass die Schilddrüse nicht ausreichend Jod aufnehmen kann. Doch Soja enthält außerdem sogenannte Phytoöstrogene, was zu Hormonstörungen führen kann, da sie die Östrogenrezeptoren im menschlichen Körper besetzen.

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