LOGI- und Glyx-Diät
Lockeres Low Carb für stabile Blutzuckerspiegel

Die Glyx-Diät

Die Glyx-Diät versteht sich als Low-Carb-Diät. In der sogenannten „Carb-100-Formel“ nimmt der Diäthaltende die ersten beiden Wochen nicht mehr als 100 g Kohlenhydrate pro Tag zu sich. Ab der dritten Woche dürfen bis zu 150 g Kohlenhydrate am Tag verzehrt werden.
Einige Glyx-Anhänger halten es für wichtig für Körper und Seele gelegentlich auch Brot und Süßigkeiten verzehren zu dürfen, einen strikten Verzicht auf Kohlenhydrate halten sie für falsch und teils sogar schädlich für die Gehirnleistung. Menschen, die sich ketogen ernähren, würden demnach auf wichtige Nährstoffe aus Körnern und Obst verzichten müssen und auf lange Sicht Nährstoffmängel erleiden.

Glyx leitet sich vom sogenannten Glykämischen Index ab. Lebensmittel, die viele schnell in Glucose aufspaltbare Kohlenhydrate enthalten, locken schnell und viel Insulin – bzw. haben einen hohen glykämischen Index. Der glykämische Index bezeichnet, welche Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel das jeweilige Lebensmittel hat.

Zur Bestimmung des glykämischen Indexes eines Lebensmittels wurden immer so große Portionen an Lebensmitteln verzehrt, bis die Portion 50 g Kohlenhydrate enthielt. So wurden beispielsweise 50 g Traubenzucker mit 500 Gramm Äpfeln oder 600 Gramm Karotten verglichen. Eine Versuchsperson musste nun also 600 Gramm Karotten essen um auf 50 g Kohlenhydrate zu kommen, anschließend wurde die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel untersucht.

Das Problem: Normalerweise essen Menschen keine 600 g Karotten oder 500 Gramm Äpfel, dieser Wert ist also nicht aussagekräftig, da kaum ein Mensch diese Menge an Obst oder Gemüse auf einmal essen würde. Jemand, der 500 g Karotten isst, hat möglicherweise eine hohe Insulinantwort, hätte diese jedoch nicht, wenn er nur eine einzige Karotte essen würde – was eher der üblichen Portion entspricht.

Auf der anderen Seite haben Lebensmittel wie beispielsweise Pumpernickel einen niedrigen glykämischen Index – je mehr Scheiben man davon verzehrt, desto mehr steigt aber natürlich die Insulinreaktion an. Dies wird bei der reinen Betrachtung des glykämischen Index aber nicht berücksichtigt.

Dieses System geht zurück auf Dr. Jenkins, der in den 1970er Jahren verschiedene Lebensmittel nach einem Punktesystem von 1 bis 110 einteilte, Lebensmittel mit einem glykämischen Index unter 55 gelten als niedrig-glykämisch.

Bei modernen Glyx-Diäten werden die Lebensmittel aufgrund oben genannter Kritikpunkte nun einzeln nach einem Punktesystem bewertet und es wird sich zusätzlich mit den Farben Rot, Gelb und Grün beholfen. Mit grün gekennzeichnete Lebensmittel können bedenkenlos verzehrt werden, gelbe in Maßen und rote gar nicht. Hier kann dann auch ein grünes Lebensmittel den gleichen glykämischen Index wie ein rotes haben, da man vom grünen aber deutlich weniger verzehrt, ist es als grün gekennzeichnet. Eine Mischung aus manuell in Rot, Gelb und Grün eingeteilte Lebensmittel und das Anzeigen des glykämischen Indexes kennzeichnet deshalb die meisten modernen Glyx-Bücher. Das Anzeigen des glykämischen Indexes ist somit eigentlich obsolet.

Gemeinsamkeiten mit Low Carb High Fat

  • Die Glyx-Diät wird als kohlenhydratarme Diät bezeichnet.
  • Zucker, Weißmehl und Kartoffeln sind kein Bestandteil einer Glyx-Ernährung.

Unterschiede zu Low Carb High Fat

  • Es werden raffinierte Pflanzenöle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Rapsöl oder Sonnenblumenöl empfohlen.
  • Obst ist wichtiger Bestandteil der Ernährungsform.
  • Ein hoher Fettanteil spielt keine Rolle, eher eine Kombination aus Kohlenhydraten und Proteinen, der Verzehr von größeren Mengen Protein wird empfohlen, denn diese haben einen sehr niedrigen glykämischen Index.
  • Vollkornprodukte oder Müsli sind Bestandteil einer Glyx-Ernährungsweise
  • Auch kohlenhydratreiches Gemüse wie Hülsenfrüchte werden empfohlen.
  • Kohlenhydrate, die natürlicherweise in Milchprodukten und Gemüse enthalten sind, werden nicht mitgezählt. Die Menge an Kohlenhydraten, die jemand, der sich nach LCHF ernährt also täglich an Kohlenhydraten isst, wird bei Glyx gar nicht berücksichtigt. So kann man schnell noch 20-40 g Kohlenhydrate extra täglich zu sich nehmen, ohne dies zu den 100 g oder 150 g Kohlenhydraten addieren zu müssen.
  • Wenn als Ausnahme hochkohlenhydrathaltige Lebensmittel verzehrt werden, wird empfohlen gleichzeitig den Fettgehalt niedrig zu halten. Pizza- und Eistage dürfen sich außerdem mit sogenannten „No Carb-Mahlzeiten“ abwechseln.
  • An Fleischsorten soll mageres Fleisch bevorzugt werden.

Die LOGI-Diät

Die LOGI-Diät ist ebenfalls eine großzügige Low Carb-Ernährungsweise. Auch hier dient der glykämische Index als Grundlage zur Bewertung von Lebensmitteln, Ziel ist die Erhaltung eines stabilen Blutzuckerspiegels. LOGI steht für „Low Glycemic and Insulinemic Diet“.

Vertreter der LOGI-Diät berechnen nun aber nicht allein den glykämischen Index, da dieser aus nachvollziehbaren Gründen nicht ausreichend erscheint. Sie berechnen die glykämische Last. Diese berechnet die Auswirkungen einer üblichen Portion eines Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel und ist somit wesentlich lebensnaher ausgelegt. Die glykämische Last berücksichtigt neben des glykämischen Indexes auch die Kohlenhydratmenge mithilfe der Formel „Glykämischer Index des Lebensmittels x Kohlenhydratanteil des Lebensmittels pro üblicher Portion geteilt durch 100“.

Lebensmittel, die also nach alter Glyx-Diät (die modernen sind hier wie gesagt einen ganzen Schritt weiter) teilweise in Ordnung waren, da sie einen niedrigen glykämischen Index hatten, sollten bei LOGI nicht verzehrt werden und umgekehrt.

Karotten, Wassermelone, Kürbis und Rote Beete beispielsweise werden bei LOGI als „ok“ bewertet, bei einigen Glyx-Diäten jedoch als gelb oder rot eingestuft. Vollkornprodukte oder brauner Reis hingegen sind bei Glyx häufig als bedenkenlos essbar eingestuft, dürfen bei LOGI aber nicht oder nur in geringen Mengen verzehrt werden.

Einteilung der glykämischen Last

  • Niedrig: bis 10
  • Mittel: bis 19
  • Hoch: höher als 20
  • Als niedrig gilt eine Tagesmenge an Lebensmitteln mit glykämischer Last von unter 80, alles über 120 gilt als hoch.

Gemeinsamkeiten mit Low Carb High Fat

  • LOGI wird als Low Carb-Diäten bezeichnet
  • LOGI empfiehlt eine hohe Lebensmittelqualiät
  • Gemüse, Fisch und Fleisch sind wichtiger Bestandteil dieser Ernährungsform

Unterschiede zu Low Carb High Fat

  • Der Kohlenhydratanteil ist deutlich höher
  • Es wird auf einen hohen Eiweißanteil wert gelegt
  • Mindestens 20% der Nahrung sollte aus Kohlenhydraten bestehen
  • Das Fleisch sollte mager sein
  • Fett ist kein wesentlicher Bestanteil dieser Ernährungsform
  • Auch in LCHF-Kreisen als sehr zuckerreich geltendes Obst darf verzehrt werden

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