Alzheimer und Demenz
"Typ 3-Diabetes" aufgrund von Kohlenhydraten?

Was ist Alzheimer?

Die sogenannte Alzheimer-Krankheit ist eine neurodegenerative Demenz-Erkrankung, die allmählich fortschreitet, das heißt das Krankheitsbild verschlechtert sich zunehmend. Die Ursachen der Erkrankung sind bisher nicht vollständig bekannt, jedoch weiß man, dass im Hirn Nervenzellen vor allem im Bereich der Hirnrinde absterben und sich Neurotransmitter im Gehirn verändern.

Die Nervenzellen, die bei Alzheimer vor allem absterben, stellen normalerweise Acetylcholin her, einen der wichtigsten Neurotransmitter des Menschen, der eine elementare Steuerungsfunktion vegetativer Abläufe innehat. Durch das Absterben der Zellen kann nun keine ausreichende Menge dieses Botenstoffs mehr hergestellt werden, wodurch sich zahlreiche Symptome von Alzheimer erklären lassen.
Die Krankheit tritt meist ab dem 65. Lebensjahr auf. Symptome sind Gedächtnisstörungen, Verlust an Konzentrationsfähigkeit, Orientierungsstörungen, Persönlichkeitsveränderungen und Sprachstörungen bzw. weitere Symptome, die aus diesen entstehen und sich aus ihnen ergeben.

Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto mehr erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Erkrankte auf Hilfe und zunehmend auch Pflege angewiesen ist. Wie schnell oder stark die Krankheit fortschreitet ist nicht vorherzusehen. Alzheimer selbst ist nicht tödlich, jedoch erhöht sich in ausgeprägtem Demenz-Stadium die Anfälligkeit für Infektionen, die dann tödlich enden können. Viele Alzheimerpatienten sterben an den Folgen einer Infektion wie beispielsweise einer Lungenentzündung. Wie lange ein Patient mit dieser Krankheit lebt, ist vollkommen unterschiedlich. Manche Menschen sterben bereits wenige Jahre nach der Diagnose, andere leben noch sehr lange damit.

Als Risikofaktoren an Alzheimer zu erkranken gelten u. a. Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Stress, Alkohol, Nikotin, ein zu hoher Cholesterinspiegel und ein zu hoher Blutzuckerspiegel.

Alzheimer ist nicht heilbar, es gibt jedoch Medikamente, die die Symptome lindern können, sogenannte Antidementiva und Antipsychotika.

Ist Alzheimer nichts anderes als eine Insulinresistenz im Gehirn?

Im oberen Abschnitt finden Sie Risikofaktoren, die das Entstehen von Alzheimer begünstigen, hier noch einmal die für einen Zusammenhang mit Ernährung wichtigsten:
Es gibt Hinweise, dass Alzheimer durch kohlenhydratreiche Ernährung, speziell Weißmehl und Zucker, entstehen kann, da diese dauerhaft zu einer Insulinresistenz des Gehirns führen können.

Insulin wird ausgeschüttet, wenn eine kohlenhydratreiche Mahlzeit verzehrt wird. Seine Aufgabe ist es, die Glucose, die im Blut schwimmt und so zu einem hohen Blutzuckerspiegel führt, in die Zellen zu transportieren. Wird nun dauerhaft kohlenhydratreich gegessen und hat der Mensch eine Veranlagung dazu, da er kohlenhydratempfindlich ist, reagieren die Insulinrezeptoren der Leber-, Muskel- und Fettzellen mit der Zeit immer träger und schlechter auf Insulin, sie werden somit insulinresistent.
Zu Beginn erhöht deshalb die Bauchspeicheldrüse die Produktion an Insulin, überfordert und erschöpft sich damit aber zunehmend und das produzierte Insulin ist nicht mehr ausreichend, um den Blutzuckerspiegel um das nötige Maß zu senken. Die Folge ist der „honigsüße Durchfluss“, der Diabetes mellitus auch seinen Namen gibt – der Zucker wird vom Körper über den Urin ausgeschieden, dieser riecht süß. Zu diesem Zeitpunkt haben Sie das Vollbild eines Diabetes Typ 2 erreicht.

Im Gehirn jedoch hat Insulin noch andere Aufgaben. Das Gehirn benötigt Insulin zur Regulation der Blut-Hirn-Schranke und ist u. a. daran beteiligt, dass keine Schadstoffe vom Blut in das Hirn gelangen können. Außerdem ist es, wenn es im synaptischen Spalt an seine Rezeptoren andockt, mit dafür verantwortlich, neue Erinnerungen zu speichern und neue Fähigkeiten zu erlernen. Nun ist bekannt, dass bei Alzheimer-Patienten ein niedriger Insulinspiegel oder sogar eine Insulinresistenz im Gehirn vorliegt.

Im Jahr 2009 konnten Forscher an der Northwestern University in Chicago nachweisen, dass ein niedriger Insulinspiegel im Gehirn dazu führt, dass die Zellen, die für unser Erinnerungsvermögen zuständig sind, nicht mehr vor Schäden geschützt werden wie beispielsweise vor den bei Alzheimer typischen Eiweißablagerungen (Plaques), die schleichend das Gedächtnis der Erkrankten zerstören. Das bedeutet, sobald im Gehirn zu wenig Insulin zur Verfügung steht, können unsere Zellen nicht ausreichend geschützt werden und sind „Angriffen“ von außen ausgeliefert.

Das Plaque kann sich so problemlos an die ungeschützten Gehirnzellen binden und diese beschädigen bzw. zerstören, was dazu führt, dass der Betroffene keine neuen Erinnerungen mehr speichern kann und auch immer mehr alte verliert. Durch die Beschädigung der Nervenzellen werden auch Insulinrezeptoren zerstört, was zu einer zunehmenden Insulinresistenz im Gehirn führt, da sie nicht mehr ausreichend auf Insulin ansprechen können – das Gehirn ist in Folge mit Energie unterversorgt.

Am Rhode Island Hospital (RIH) wurde eine Studie durchgeführt, die bestätigt, dass bei Alzheimer eine Insulin-Resistenz im Gehirn entsteht, die wiederum Einfluss auf den Lipid-Stoffwechsel hat. In der Folge sammeln sich die Lipide nach und nach im Gehirn an, was zu vermehrtem Stress, Entzündungen und weiteren Symptomen führt.

Diabetes Typ 3 im Gehirn durch zu hohen Zuckerkonsum?

Seit einigen Jahren gibt es deshalb auch eine „vielversprechende“ Therapie gegen Alzheimer im Anfangsstadium: Insulin-Spray für die Nase. Was anfangs noch hilft und den Krankheitszustand verzögern kann, weil die Insulinrezeptoren noch genügend ansprechen, hilft bei fortschreitendem Krankheitsstadium natürlich nicht mehr, da die Insulinresistenz zu weit fortgeschritten ist. Die Therapie mit dem Spray zeigte, dass die Probanden, die kein Placebo erhielten, im Gedächtnistest deutlich besser abschnitten, auch der Wert auf der Demenzskala war mit Insulin wesentlich besser. Je weniger die Krankheit fortgeschritten war und je jünger die Erkrankten, desto besser waren die Ergebnisse mit dem Spray.

Doch woher kommt der Insulinmangel im Gehirn eigentlich? Wäre es nicht naheliegend, noch mehr kohlenhydratreiche Kost zu essen, um noch mehr Insulin zu „locken“, um einem Mangel im Hirn entgegen zu wirken?

Das Gegenteil ist der Fall, denn ein Grund für den Insulinmangel im Gehirn ist der chronisch erhöhte Insulinspiegel im Rest des Körpers. Wenn dies nämlich der Fall ist, der Körper also anhaltend zu viel Insulin produziert, schädigt dieser Zustand die Gefäße und somit auch die Blut-Hirn-Schranke und sorgt dafür, dass zu wenig Insulin im Gehirn ankommt. Hinzu kommt, dass das Insulin, das noch im Gehirn ankommt, auch nicht ausreichend wirkt wie bei gesunden Menschen, da die Insulinrezeptoren zunehmend resistent werden. Insulin ist im Gehirn außerdem für den Abbau des Membranproteins APP zuständig. Funktioniert dieser Ablauf nicht mehr reibungslos, kommt es zu Anhäufungen von Amyolid-beta, den alzheimertypischen Plaques.

Das „Zu-wenig“ an Insulin im Gehirn deutet also weniger auf einen latenten Mangel, als auf ein „Viel-zu-viel“ im Rest des Körpers hin. Eine Untersuchung an Alzheimerpatienten, die zum Abendessen eine besonders kohlenhydratreiche Mahlzeit erhielten, zeigte, dass sich sowohl ihre Motorik als auch ihr Gedächtnis verschlechterten.

Zudem kann Zucker und kohlenhydratreiche Ernährung Mikroentzündungen im Körper verursachen – die wiederum als Ursache für die Eiweißablagerungen im Gehirn gelten.

Wer nun also dauerhaft zucker- und stärkehaltige Kost isst, diese aber nicht verträgt, wird bei entsprechender Veranlagung einen Diabetes Typ 2 entwickeln – und möglicherweise im höheren Alter daraus einen „Diabetes Typ 3“ – die Alzheimererkrankung. Wer im mittleren Alter Diabetes Typ 2 hat, hat ein erhöhtes Risiko für eine Demenzerkrankung im Alter.

In Ihrem Buch „Mehr Fett! Warum wir mehr Fett brauchen, um gesund und schlank zu sein“ beschreiben die Autoren Ulrike Gonder und Dr. Nicolai Worm, dass es Menschen gibt, die eine bestimmte körpereigene Transporteiweiß-Variante, nämlich ApoE4, besitzen. Ein Transporteiweiß hat die Aufgabe wasserunlösliche Stoffe wie Fette und Cholesterin über das Blut zu transportieren und abzuliefern, wo diese benötigt werden. ApoE4 jedoch „behält“ die transportierten Stoffe gerne für sich mit den Folgen, dass die Blutfettwerte und Cholesterinwerte steigen, was als Risikofaktoren für Alzheimer gilt. Menschen, die also sehr kohlenhydratreich essen und das ApoE4 in sich tragen, seien deshalb besonders gefährdet, Alzheimer zu entwickeln.

Zuckerkonsum führt zu Entzündungen im Körper und erhöht die Alzheimertypischen Ablagerungen

Doch ist das bisschen Zucker wirklich so schlimm? Ist das nicht alles etwas übertrieben?

Für eine Studie der University of Washington bekamen Männer und Frauen mit diagnostiziertem Alzheimer eine Infusion mit Insulin und Zucker. Das Insulin sorgte dafür, dass der Blutzuckerspiegel konstant blieb, jedoch erhöhte sich der Insulinspiegel auf das Niveau eines Diabetikers mit Insulinresistenz.
Anschließend wurde den Probanden eine Liquorprobe aus dem Rückenmark entnommen. Das Ergebnis zeigte, dass sich Entzündungsprozesse gebildet hatten, der F2-Isoprostan-Spiegel stark anstieg (ein Stoff, der in großen Mengen im Gehirn von an Alzheimer Erkrankten gemessen werden kann) und die Eiweißablagerungen nahmen zu – und das alles nach nur zwei Stunden Infusion mit Insulin und Zucker!

An der University of Alabama in den USA konnten Forscher in einer Studie nachweisen, dass Mäuse, die mit stark zuckerhaltiger Nahrung gefüttert wurden, alzheimertypische Symptome entwickelten. So bekamen Sie Amyloid-Ablagerungen im Gehirn und entwickelten Gedächtnisstörungen. Auch war ihre Merk- und Lernfähigkeit schlechter als die einer Kontrollgruppe, die normales Futter bekam.

Übertragen auf einen Menschen erhielten die Mäuse 1,5 Liter Limonade pro Tag – diese Menge an Zucker erreichen viele Menschen schnell und völlig problemlos durch zuckerhaltige Getränke, Marmelade, Süßigkeiten, Gebäck, Soßen, Nudeln, Pizza etc.

Kohlenhydratarme, fettreiche Ernährung schützt das Hirn

Eine Untersuchung der Mayo Clinic zeigte, dass ältere Menschen, die sich kohlenhydratreich und mit Zucker ernähren, ein höheres Risiko für kognitive Einschränkungen aufwiesen.
Auch zeigte sich, dass ketogene Ernährung und die Einnahme von MCT-Öl zu Verbesserungen der kognitiven Fähigkeiten führt

Wenn Sie sich vor Alzheimer schützen möchten, verzichten Sie auf Zucker und kohlenhydratreiche Nahrungsmittel und verzehren Sie gesunde Fette wie Kokosöl (oder MCT-Öl), Weidebutter etc. Achten Sie auf Ihre Ernährung und beugen Sie vor, denn auch eine ketogene Ernährung kann Alzheimer nicht mehr heilen.

Sollten Sie bereits an Alzheimer erkrankt sein, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie eine ketogene Ernährungsweise in Angriff nehmen!

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