Paleo, die Steinzeiternährung
Essen wie unsere Vorfahren

Paleo gleicht in vieler Hinsicht einer LCHF-Ernährungsweise, sie versucht der ursprünglichen menschlichen Ernährung möglichst nahe zu kommen. „Paleo“ leitet sich vom Begriff „Paläolithikum“ ab, der Bezeichnung für die Alterssteinzeit.

Wer sich nach Paleo ernährt ahmt mittels der uns heute verfügbaren Lebensmittel möglichst die Lebensmittel und Nahrungsgewohnheiten unserer Vorfahren nach.

Grundlage für diese Ernährungsweise sind Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse, Samen und Obst.

Paleo ist seit einigen Jahren ein absolutes Trendthema. Rund um diesen Ernährungsstil hat sich mittlerweile eine richtiggehende Industrie entwickelt, die auch Fertigprodukte wie Energieriegel etc. herstellt. Bei vielen Produkten stellt sich jedoch die Frage, ob diese wirklich im Sinne einer ursprünglichen Paleo-Ernährung sind (Mandelmilch, Trockenfleisch, Quinoa, Buchweizen, Kokosblütenzucker, Hanf, Hefe, Chia-Samen, Stevia etc. …) – hierüber sind sich auch die Paleo-Anwender nicht immer einig.

Seit 2016 gibt es die sogenannte „Paleo Convention“, auf der Vorträge gehört, Stände besucht und geschlemmt werden kann.

Gemeinsamkeiten mit Low Carb High Fat

  • Paleo ist ebenfalls eine kohlenhydratreduzierte Ernährungsweise, die wie oben bereits genannt auf Gemüse, Fleisch, Fisch, Nüssen, Eiern etc. basiert.
  • Die Qualität des Lebensmittels und artgerechte Tierhaltung finden bei Paleo ebenso sehr große Beachtung.
  • Auf Zucker, Getreide, Hülsenfrüchte und raffinierte pflanzliche Öle und Fette mit hohem Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wird verzichtet.
  • Es wird soweit möglich auf industriell verarbeitete Lebensmittel und künstliche Zusatzstoffe verzichtet

Unterschiede zu Low Carb High Fat

  • Milchprodukte sind kein Bestandteil einer Paleo-Ernährung, es wird also weder Milch noch Quark, Sahne, Käse, Creme Fraiche o. ä. verzehrt. So wie die Anhänger der LCHF-Ernährung argumentieren, dass viele Menschen noch nicht ausreichend an Getreidekonsum angepasst sind, argumentieren Paleo-Anhänger ebenso in Bezug auf Milch. Diese war kein Bestandteil der Ernährung unserer Vorfahren. Das Potenzial, Unverträglichkeiten auszulösen, wird als hoch eingeschätzt. Wer längere Zeit Paleo durchgeführt hat und sich wohl fühlt, kann jedoch auch bestimmte möglichst vollfette und unverarbeitete Rohmilchprodukte testweise wieder verzehren. Ghee darf jederzeit verzehrt werden.
  • Auch stärkehaltiges Gemüse wie Süßkartoffeln, Kürbis etc. werden in einer Paleo-Ernährung verzehrt (mit Ausnahme von Menschen, die abnehmen möchten).
  • Menschen, die abnehmen möchten, wird zu zuckerarmen Obstsorten geraten, ansonsten gibt es hier keine Einschränkungen.
  • Zum Süßen sind Honig und Ahornsirup in moderaten Mengen „erlaubt“.
  • Kartoffeln und Reis sind nicht prinzipiell „verboten“ aber sollten nur in kleinen Mengen gegessen werden.
  • Der Fettanteil der Nahrung beträgt nur etwa 20%.
  • Der Verzehr von Proteinen wird großgeschrieben.

Das Paleo Autoimmun-Protokoll (AIP)

Das Paleo-Autoimmunprotokoll wurde für Menschen entwickelt, die an Autoimmunerkrankungen, beispielsweise der Schilddrüse, des Darms oder der Haut, leiden. Colitis Ulcerose, Hashimoto Thyreoiditis, Zöliakie, Psoriasis, Multiple Sklerose, Morbus Chron und Morbus Basedow sind nur einige von ihnen.

Bei Autoimmunerkrankungen greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an, da es dieses fälschlicherweise für einen „Feind“ oder Fremdkörper hält. Durch die Durchführung des Paleo Autoimmunprotokolls sollen nun weitere mögliche Allergene und Reizstoffe, die Einfluss auf das Autoimmungeschehen haben können, gemieden werden. So spielt der Gehalt an Lektinen oder Phytinsäure eine Rolle bei der Auswahl der wegzulassenden Lebensmittel.

Die normale Paleo-Ernährung wird nun verschärft und es muss auf einige weitere Lebensmittel verzichtet werden.
So müssen nun für mehrere Monate auch folgende Lebensmittel gemieden werden:
  • Nachtschattengewächse wie Tomaten, Auberginen, Kartoffeln und Paprika
  • Eier
  • Nüsse und Samen und Erzeugnisse daraus, also auch Mandelmilch, Mandelmehl, Kaffee und Kakao etc.
  • Bestimmte Medikamente wie Aspirin, Thomapyrin und Ibuprofen
  • Alle künstlichen Süßungsmittel
 
Hinzu kommt aber außerdem, dass bestimmte Lebensmittel vermehrt verzehrt werden sollten:
  • Innereien und Organe
  • Probiotika
  • Gesunde Fette
 
Ziel ist es, das Immunsystem zu stärken und dem Darm Zeit zur Erholung zu lassen. So ist AIP außerdem für Menschen geeignet, die an Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden oder das Gefühl haben, mit Paleo bereits deutliche gesundheitliche Verbesserungen erzielt zu haben aber denken, es wären noch weitere Fortschritte möglich.

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