Thema: Krankheit
Alle Fragen und Antworten im Überblick

Bei welchen Beschwerden kann mir eine LCHF-Ernährung oder ketogene Ernährung helfen?

Positive Effekte einer kohlenhydratarmen und fettreichen Ernährungsweise wurden bei folgenden Krankheiten/Symptomen beobachtet oder sind durch Studien bewiesen:

Für welche Erkrankungen eignet sich eine dauerhafte strikte ketogene Ernährungstherapie?

Studien und gesicherte Erkenntnisse liegen für Epilepsie, den Glucosetransport (GLUT 1)-Defekt und Pyruvatdehydrosemangel vor. Auch ein Komplex-1-Defekt kann sehr gut mit ketogener Ernährung behandelt werden.

Weitere Berichte und Untersuchungen liegen für Migräne, Alzheimer, Krebs und Parkinson vor.

Ich bin insulinpflichtiger Diabetiker. Was muss ich bei einer kohlenhydratarmen Ernährung beachten?

Die LCHF-Ernährung ist hervorragend dafür geeignet, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Wer bereits Medikamente oder Insulin für den Diabetes nimmt, sollte sich bei der Ernährungsumstellung ärztlich begleiten lassen. Es ist gut möglich, dass die Medikamente reduziert werden können.

Verändern Sie niemals ohne ärztliche Anweisung Ihre Dosen! Weitere Informationen über Diabetes finden Sie hier.

Ist eine LCHF-Ernährung gleich ketogen?

Nein, eine Low Carb High Fat Ernährungsweise ist nicht zwingend ketogen. Ketogen bedeutet, dass man sich durchgängig in Ketose befindet, was bei vielen Menschen erreicht wird, wenn sie ca. 75% der Nahrungskalorien über Fett aufnehmen und nur etwa 5% über Kohlenhydrate. Manche Menschen können aber auch mehr Kohlenhydrate essen und befinden sich trotzdem dauerhaft in Ketose. Diese strenge Form der kohlenhydratreduzierten Ernährung praktizieren vor allem Menschen, die sehr stark auf Kohlenhydrate reagieren oder bestimmte Erkrankungen wie Epilepsie, KrebsMigräne oder Stoffwechselstörungen haben.

Ist kohlenhydratarme Ernährung für jedermann geeignet?

Kohlenhydratarme Ernährung ist grundsätzlich für jeden geeignet, jedoch nur bedingt ketogene Ernährung. Wer sich nicht ketogen ernähren sollte, können Sie hier nachlesen.

Doch auch für Menschen, die hiervon nicht betroffen sind, gilt: Der Bedarf einzelner Nährstoffe kann bei den Anwendern unterschiedlich sein. Eine Schwangere benötigt z.B. möglicherweise eher einen moderaten Anteil an Kohlenhydraten, ein Sportler hat eventuell einen höheren Proteinbedarf. Bei chronischen Erkrankungen muss die erträgliche Menge an Kohlenhydraten individuell ermittelt werden.

Kann ich auch ohne Gallenblase eine Low Carb High Fat oder ketogene Ernährung durchführen?

Fehlt die Gallenblase, sollte man beim LCHF das Fett besser in kleinen Schritten erhöhen. Anwender berichten, dass sich der Körper auf diese Weise langsam an den höheren Fettkonsum anpasst. Zudem sind mittelkettige Fettsäuren aus Kokosöl oder MCT-Öl hilfreich, da mit ihrer Hilfe sehr schnell Ketonkörper produziert werden und deshalb weniger Fett gegessen werden muss.

Kann sich jeder Mensch nach striktem Low Carb High Fat ernähren oder gibt es Gegenanzeigen?

Wer aus ernsthaften gesundheitlichen Gründen eine LCHF-Ernährung durchführen möchte, sollte dies immer mit einem in Ernährung kundigem Arzt besprechen.
Insulinpflichtige Diabetiker sollten niemals alleine auf LCHF bzw. ketogene Ernährung umstellen.
Krankheiten, bei denen keine LCHF-Ernährung durchgeführt werden darf, finden Sie hier.

Trotz kohlenhydratarmer Ernährung nehme ich nicht ab, was können Gründe sein?

Hierfür können mehrere Gründe vorliegen:
  1. Sie essen zu viele Kohlenhydrate ohne es zu merken, beispielsweise enthalten Ihre Medikamente Zucker, Sie trinken Tee aus kandierten Früchten oder essen doch mehr Obst als Sie denken.
  2. Sie essen zu viele Zuckerersatzstoffe. Auch diese können das Abnehmen bremsen.
  3. Sie essen zu viel Eiweiß. Als Faustregel gilt: Nicht mehr als 1,2 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht.
  4. Sie haben eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine andere Stoffwechselerkrankung/-störung.
Sie können sich in diesem Fall auch an einen LCHF-Ernährungscoach wenden, der Sie individuell beraten wird.

Mehr Informationen zum Thema Abnehmen mit Low Carb High Fat finden Sie hier.

Warum kann man von Zucker eine Fettleber bekommen?

Etwa 2/3 der Übergewichtigen haben auch eine Fettleber, ebenso knapp 90% aller Diabetiker. 

Entgegen eines weit verbreiteten Irrglaubens führt nicht fettreiche Nahrung sondern kohlenhydrat- bzw. zuckerreiche Nahrung zu einer Fettleber. Smoothies und vermeintlich gesunde Fruchtsäfte haben hier durchaus einen nicht zu unterschätzenden Anteil. 

Kohlenhydrate sorgen für einen hohen Blutzuckerspiegel und dieser wiederum benötigt Insulin, um den Blutzucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Insulin wird nicht unbegründet als Fettspeicherhorm bezeichnet - es sorgt dafür, dass der Zucker, der nicht direkt verbraucht werden kann oder vom Körper als Glykogen gesoeichert wird, direkt als Fett, auch in der Leber, abgespeichert wird. 
Die nichtalkoholische Fettleber gilt als einer der größten Risikofaktoren für Herzkreislauf-Erkrankungen.

Mehr zum Thema Kohlenhydratstoffwechsel erfahren Sie hier.
Mehr zum Thema Kohlenhydratunverträglichkeit erfahren Sie hier.
Mehr zum Thema Fettleber erfahren Sie hier.

Warum müssen Diabetiker Insulin spritzen, wenn sie doch insulinresistent sind?

Insulinresistenz bedeutet nicht, dass die Zellen gar nicht mehr auf Insulin ansprechen – sie tun es nur schlechter und langsamer. Das bedeutet, dass es deutlich mehr Insulin benötigt als bei einem gesunden Menschen, die Glucose in die Zellen zu transportieren. Hier kommt das Insulinspritzen ins Spiel, denn auf Dauer schafft es die Bauchspiecheldrüse nicht, selbst Insulin in ausreichender Menge herzustellen, um die Zellen für die Glucose zu "öffnen".

Was bedeutet IF?

IF ist die Abkürzung für Intermittierendes Fasten, also Fasten und Essen in bestimmten Zyklen.
Informationen über Intermittierendes Fasten erhalten Sie hier.

Was ist die Waist-to-Height-Ratio?

Die Waist-to-Height-Ratio (WHTR) zeigt das Verhältnis des Bauchumfangs zur Körpergröße. Es hat sich gezeigt, dass dieser Wert zur Bestimmung des Risikos für Arteriosklerose, Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen ausschlaggebender ist als der BMI.
Hierzu müssen Sie Ihre Körpergröße und Ihren Bauchumfang messen und anschließend den Bauchumfang durch die Körpergröße teilen.
  • Eine Ratio unter 0,4 bedeutet Untergewicht
  • Eine Ratio von 0,4 bis 0,5 Normalgewicht
  • Eine Ratio von 0,51 bis 0,56 Übergewicht
  • Eine Ratio von 0,57 bis 0,68 Fettleibigkeit
  • Alles darüber bedeutet starke Adipositas

Was ist eine Insulinresistenz?

Insulin ist ein Hormon, das von der Bauchspeichedrüse produziert wird, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Die Aufgabe des Insulins ist es nämlich, Glucose, die nach kohlenhydratreicher Mahlzeit im Blut schwimmt, aus dem Blut in die Zellen zu transportieren.
Aus genetischen Gründen, aufgrund einer Kohlenhydrat-Unverträglichkeit oder im Prä-Diabetes-Stadium reagieren die Zellen nicht mehr entsprechend auf das Insulin, sie lassen es nicht "herein", werden quasi resistent gegen das "Anklopfen" des Insulins, woraufhin die Bauchspeicheldrüse noch mehr Insulin produziert.
Langfristig ist die Folge ein dauerhaft erhöhter Insulin- und Blutzuckerspiegel mit seinen möglichen Folgen des Metabolischen Syndroms, Diabetes etc.
Mehr Informationen über Insulinresistenz erhalten Sie im Bereich über den Kohlenhydratstoffwechsel, Diabetes, Abnehmen und Hypoglykämien.

Was muss ich bei Gallensteinen beachten?

Je mehr Fett gegessen wird, desto mehr Gallenflüssigkeit stellt der Körper her, um das aufgenommene Fett aufzulösen. Dies sorgt für eine gute Spülung der Gallenwege. Kleine Gallensteine können dadurch abgehen. Eine dauerhaft gute Spülung durch eine LCHF-Ernährung verhindert die Neubildung von Gallensteinen. Es gibt Studien die belegen, dass Gallensteine durch fettarme Diäten entstehen.

Sind die Gallensteine aber schon größer, kann es passieren, dass sie beim Ausspülen in den Gängen steckenbleiben. Eine Gallenkolik kann die Folge sein. Dies würde langfristig aber in den meisten Fällen auch bei einer kohlenhydratlastigen Ernährung passieren.

Was muss ich beim Essen von Obst bei einer Low Carb High Fat-Ernährung beachten?

Obst enthält größtenteils Fructose, aber auch immer etwas Glucose. Die im Obst enthaltene Fructose wirkt zwar nicht direkt auf den Blutzucker, wird aber, wenn sie in großen Mengen verzehrt wird, in der Leber zu Triglyceriden umgewandelt und dann als Fett gespeichert, was zu Fettleber führen kann.
Hier sind vor allem die sogenannten "Quetschies" für Kinder, Fruchtsäfte oder Smoothies zu nennen, welche man möglichst meiden sollte. Obst enthält aber nicht nur Fruchtzucker, sondern natürlich auch wertvolle Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien. Mit Beerenobst, das einen niedrigen Zuckergehalt besitzt, ist man auch als eher kohlenhydratempfindlicher Mensch daher auf der sicheren Seite.

Wer abnehmen möchte, sollte vor allem in der ersten Zeit möglichst auf Obst verzichten – so zeigt es die Erfahrung. Laut Atkins, einem berühmten aber auch umstrittenen amerikanischen Arzt und Ernährungsforscher bremst das Verzehren von Obst die Fettverbrennung für bis zu zwei Tagen.

Wie funktioniert Intermittierendes Fasten (IF)?

Es gibt verschiedene Methoden:

5:2 Methode: 5 Tage essen, 2 Tage fasten, wobei die Fastentage nicht aufeinander folgen, sondern verteilt werden.

16:8 Methode: 8 Stunden essen, 16 Stunden fasten. 

20:4 Methode: 4 Stunden essen, 20 Stunden fasten.

Viele Informationen über intermittierendes Fasten erhalten Sie hier.

Wo ist der Unterschied zwischen Typ 1 und Typ 2 Diabetes?

Typ 2 Diabetes entsteht durch zucker. und kohlenhydratreiche Ernährung. Durch das ständige Überangebot von Glucose in der Nahrung kommt es dauerhaft zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Die Zellen, die die Glucose aus dem Blut aufnehmen sollten, sprechen nicht mehr ausreichend gut auf das Insulin an, werden also insulinresistent. Hier hilft kohlenhydratarme Ernährung, die Diabetes Typ 2 stark verbessern oder komplett heilen kann.

Typ 1 Diabetes eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper die Zellen, die Insulin produzieren, zerstört. Die Folge: Die Bauchspeicheldrüse kann nicht ausreichend Insulin herstellen, man muss spritzen. Derzeit existieren erste vielversprechende Experimente mit Mäusen, dass auch hier eine stark kalorien- und kohlenhydratarme, fettreiche Diät starke Verbesserungen bewirken kann.

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