Kokosöl und MCT-Öl
Wichtiger Bestandteil der LCHF-Ernährung

Mittelkettige Triglyceride werden anders verstoffwechselt

Kokosöl weist im Vergleich zu anderen pflanzlichen Ölen oder tierischen Fetten eine Besonderheit auf: Es wird von unserem Körper anders verdaut und verstoffwechselt.

Langkettige Fettsäuren werden mit Hilfe von Gallensalzen und Mizellen über das Lymphsystem metabolisiert.
Kurz- und mittelkettige Fettsäuren sind wasserlöslich und können deshalb über die Pfortader direkt in die Leber gelangen.
 
Kokosöl besteht zu mehr als 90% aus gesättigten Fettsäuren und zu einem Großteil aus mittelkettigen Triglyceriden (MCT = medium chain triglycerides), wohingegen die meisten anderen unserer Nahrungsfette aus langkettigen Triglyceriden, sogenannten LCTs, bestehen.
Kokosöl enthält besonders viel Laurinsäure, die das „gute“ HDL-Cholesterin erhöhen kann und dafür sorgt, dass die LDL-Cholesterin-Partikel nicht klein und verdichtet vorliegen, sondern in einer Form, die den Gefäßen nicht gefährlich wird.

Die langkettigen Triglyceride die wir für gewöhnlich zu uns nehmen, werden während des Verdauungsvorgangs in Fettsäuren aufgespalten. Diese sind dann so klein, dass sie problemlos von der Darmwand aufgenommen werden können. Im Darm werden sie schließlich zu Lipoproteinen (Fett-Eiweiß-Aggregate) umgebaut und in die Blutbahn abgegeben. Von dort gelangen sie durch den ganzen Körper und werden entsprechend in das Gewebe verteilt und teilweise mithilfe von Insulin in den Fettzellen gespeichert.

Die mittelkettigen Triglyceride wiederum sind bereits deutlich kürzer als langkettige Triglyceride und müssen deshalb nicht noch mithilfe von Enzymen aufgespalten werden. Im Gegensatz zu den langkettigen Triglyceriden werden sie nicht von der Darmwand aufgenommen sondern gelangen über das Blut der Pfortader in die Leber, wo sie direkt zur Energieumwandlung zur Verfügung stehen. Sie werden auch nur in geringerem Umfang zu Lipoproteinen umgebaut und somit auch nur in geringem Maße als Fett eingelagert.

Mittelkettige Triglyceride werden somit direkt in Energie, sprich Ketone, gewandelt und stehen dem Körper unmittelbar zur Verfügung.

Mittelkettige Triglyceride sorgen für langanhaltende Energie

Während Glucose dem Körper einen schnellen, heftigen Energiekick verschafft, der ihn zu kurzzeitigen Höchstleistungen antreiben kann, wirkt Kokosöl beständig und erhöht das Energieniveau dauerhaft.

Versuche beispielsweise mit Rennradfahrern zeigen, dass diese deutlich mehr Ausdauer hatten, wenn sie ein Sportgetränk mit MCT-Ölen mischten als wenn sie das reine Sportgetränk tranken.
Quelle: Applegate, L.: "Nutrition" in Runners World, 1996, Ausgabe 31


MCT-Öl und auch Kokosöl ist deshalb bei Sportlern mittlerweile zur Leistungs- und Ausdauersteigerung zunehmend beliebt.
Sie können, wenn Sie sich oft schlapp und müde fühlen, einfach zwischendurch einen Löffel Kokosöl oder MCT-Öl essen, um sich weiter mit Energie zu versorgen.

MCT-Öl ist ein Öl, das aus Kokosöl gewonnen wird und bis zu sechsmal mehr mittelkettige Triglyceride enthält als Kokosöl. Es besteht zu 100% aus mittelkettigen Triglyceriden. In der Herstellung von MCT-Öl werden die Fettsäuren, aus denen Kokosöl besteht, aufgetrennt und nur die mittelkettigen Fettsäuren – Caprylsäure und Caprinsäure – werden miteinander verbunden und schließlich als MCT-Öl verkauft. Manche Menschen bekommen von MCT-Öl Magenschmerzen oder Durchfall, sie sollten dann nur eine begrenzte Menge am Tag zu sich nehmen und sich langsam teelöffelweise an die individuelle verträgliche Menge herantasten.
Im Gegensatz zu Kokosöl werden die mittelkettigen Triglyceride in MCT-Öl schneller in Ketone gewandelt aber auch schneller wieder abgebaut. Die Energieversorgung mit mittelkettigen Triglyceriden beim Verzehr von Kokosöl ist nicht ganz so stark, dafür aber langanhaltender und stabiler. 

Mittelkettige Triglyceride erhöhen die Stoffwechselrate

In einer 2007 im Journal of Oleo Science veröffentlichten Studie zeigten A. Ogawa und seine Kollegen, dass MCTs den Stoffwechsel stärker ankurbeln als Proteine das zu tun vermögen. Durch den Verzehr von mittelkettigen Triglyceriden verbrennt der Körper vermehrt Kalorien, weshalb es auch bei Übergewichtigen zur Gewichtsreduktion führt, solange diese ihre Kalorien einschränken. Mittelkettige Triglyceride können außerdem auch die Verbrennung von langkettigen Triglyceriden fördern, also auch direkt auf andere über unsere Nahrung aufgenommenen Fette Einfluss nehmen. In einer Untersuchung konnten Forscher nachweisen, dass bei gleichem Fettanteil der Nahrung diejenigen Probanden, deren Fett aus mittelkettigen Triglyceriden bestand, nahezu doppelt so viele Kalorien verbrannten wie diejenigen, deren Nahrungsfett aus langkettigen Triglyceriden bestand.

Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass mittelkettige Triglyceride die Thermogenese des Körpers um bis zu dreihundert Prozent im Vergleich zu langkettigen Triglyceriden erhöhen konnten.

Eine Schweizer Studie zeigte, dass die stoffwechselankurbelnde Wirkung von mittelkettigen Triglyceriden bis zu 24 Stunden anhält und Kalorien somit schneller verbrannt werden.

Bisher sieht es auch danach aus, dass kein Gewöhnungseffekt des Körpers eintritt, die Wirkung also nicht nachlässt, auch wenn man täglich mittelkettige Triglyceride über einen langen Zeitraum verzehrt. Im Gegenteil, es scheint die Wirkung sogar zu erhöhen, je länger man mittelkettige Triglyceriden zu sich nimmt.

Mittelkettige Triglyceride reduzieren Fettablagerungen im Körper

Dass mittelkettige Triglyceride dafür sorgen, dass der menschliche Körper weniger Körperfett bildet, konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden, weshalb sie auch zur Vorbeugung aber auch Behandlung von Übergewicht eingesetzt werden.

In einer japanischen Doppelblindstudie, die 2001 im Journal of Nutrition veröffentlicht wurde, zeigte sich, dass diejenigen Probanden, die Essen zu sich nahmen, das reich an mittelkettigen Triglyceriden war, nach einigen Wochen deutlich mehr Gewicht verloren und ihren Taillenumfang verkleinern konnten als diejenigen, die langkettige Triglyceride über die Nahrung aufnahmen. Hinzu kommt, dass sich die Gewichtsabnahme nicht über eine Kalorienbeschränkung erklären ließ, da die Gesamt-Kalorienzufuhr ausreichend hoch war, um nicht zwingend abzunehmen.

Neben Gewichtsabnahme, Reduktion des Körperfettanteils und einem geringeren Taillenumfang hatten die Teilnehmer außerdem nach Ende der Studie auch einen gesenkten Gesamtcholesterin- und Triglyceridspiegel. Letzteres betraf aber auch die Teilnehmer, die langkettige Fettsäuren zu sich nahmen – der Effekt war hier ähnlich wie bei den mittelkettigen Triglyceriden.
Viele weitere Studien in anderen Ländern kamen zu ähnlichen Ergebnissen was die Vorteile von mittelkettigen Triglyceriden gegenüber langkettigen Triglyceriden betrifft. Um von diesen Vorteilen zu profitieren, müssen Sie jedoch mindestens 3 Esslöffel Kokosöl bzw. MCT-Öl am Tag essen.

Anwendung von MCT- und Kokosöl

Kokosöl kann ganz normal zum Kochen und Backen verwendet werden. Es ersetzt somit Butter und Olivenöl, wenn es einem denn schmeckt, denn es hat, je nach Hersteller und Marke, einen unterschiedlich ausgeprägten Kokosgeschmack. Als Ersatz für Öl in einem Salatdressing ist es geschmacklich  weniger zu empfehlen.
Bei Zimmertemperatur ist es meist fest, wenn es heißer wird ist es klar und flüssig.

MCT-Öl kann dagegen als Nahrungsergänzungsmittel verstanden werden. Aufgrund des hohen Gehalts an mittelkettigen Fettsäuren, die der Körper so in dieser Konzentration nicht gewohnt ist, sollte man es langsam angehen lassen. Vor allem wenn SIe häufig Magenbeschwerden haben, sollten Sie zunächst mit einem Teelöffel nach dem Frühstück beginnen und dann langsam steigern auf die von ihnen angestrebte Dosis.
Einige MCT-Sorten sind auch besser veträglich als andere, hier müssen Sie etwas testen. Manche Menschen haben jedoch auch gar keine Schwierigkeiten mit MCT-Öl und können direkt mehrere Esslöffel am Tag zu sich nehmen.

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