Kohlenhydratarm unterwegs?
Low Carb High Fat im Urlaub – Tipps für entspannte Ferien

Wie man auf Reisen kohlenhydratarm essen kann

Zuhause, wo man selbst kochen kann und seine Lieblingsrestaurants hat, fällt es mit der Zeit ganz leicht, sich kohlenhydratarm zu ernähren. Viele Low Carbler, vor allem diejenigen, die sich noch nicht so lange auf diese Weise ernähren, sind jedoch verunsichert, wenn es um das Thema Urlaub geht. Wie soll man es dort handhaben, lässt sich LCHF in einem fremden Land überhaupt problemlos durchführen?

Wir geben einige Tipps und anschließend berichtet Susanne Lonkowsky, zertifizierte Ernährungsberaterin und Bloggerin, darüber, wie sie als jemand der selbst kohlenhydratarm isst, mit dem Thema umgeht.
 
  • Selbstversorger sein. Am einfachsten ist es, wenn man sich grundsätzlich selber um seine Ernährung kümmert, vor allem zum Frühstück. Daher ist ein Hotelzimmer mit kleinem Kühlschrank oder eine Ferienwohnung ideal, denn dort kann man spezielle Low Carb Lebensmittel wie ein selbstgebackenes Brot, das man mit in den Urlaub genommen hat, aufbewahren.
  • Bei Ausflügen vorsorgen. Gerade auf organisierten Gruppen-Ausflügen, bei denen ein kleines Lunch Paket oder ein mittäglicher Restaurantbesuch inbegriffen ist, sollten Sie damit rechnen nicht viele der angebotenen Speisen essen zu können, denn Kohlenhydrate sind meistens am günstigsten, weshalb hier häufig Sandwiches, Nudeln o.ä. serviert werden. Wenn Sie in ein heißes Land fahren und keine Eier oder Käse längere Zeit aufbewahren können, nehmen Sie sich Nüsse oder Gemüse mit auf so einen Ausflug.
  • Öl in der Handtasche. Es kann vorkommen, dass Sie an ein Restaurant geraten, in dem sehr kohlenhydratreich und fettarm gekocht wird. Gerade asiatische Speisekarten sind eine wahre Herausforderung, denn wenn Sie den Reis weglassen bleibt meist nur sehr fettarmes Fleisch und Gemüse, was oft wenig sättigt. Daher bietet es sich an auf Reisen oder generell in Restaurants immer eine kleine Flasche Olivenöl oder MCT-Öl in der Handtasche bzw. im Rucksack zu haben, um hier etwas über Ihr Essen geben zu können. Denn so werden Sie satt und können auch asiatische Küche genießen.
  • Mediterrane Länder sind bestens Low Carb-geeignet. Frankreich, Italien, Griechenland, Portugal und Spanien sind ideale Reiseziele für LCHFler. Dort bekommt man viel Fisch, Gemüse, ölige Tapas und Käse. Doch auch skandinavische Länder, unter anderem das Mutterland von LCHF, Schweden, sind natürlich dankbare Urlaubsziele.
  • Salat am Strand. Sie urlauben in Strandclubs oder so, dass Sie sich Essen direkt an die Liege liefern lassen können? Dann zugreifen bei Salat mit Öldressing – und bloß kein Neid auf das Clubsandwich mit dicken Pommes. Sie werden ohne Zusatzkilos aus dem Urlaub zurückkehren und keine Nachmittagstiefs haben.
  • Finger weg von Cocktails. Sie reagieren sehr stark auf Zucker und einfache Kohlenhydrate? Dann sollten Sie stark bleiben, auch wenn nette Schirmchen und bunte Flüssigkeiten noch so locken, denn Sommercocktails sind wahre Zuckerbomben. Wenn Sie Alkohol-Trinker sind, bleiben Sie bei trockenen Weinen oder härteren, kohlenhydratfreien Alkoholika wie Whisky, Wodka oder Tequila.
  • Süße dabeihaben. Sie möchten auch im Urlaub gerne mal einen süßen Kaffee oder Tee trinken? Besorgen Sie sich Xylit-Sticks oder Erythrit-Sticks für die Handtasche und nehmen Sie diese einfach mit in den Urlaub!

Von enttäuschenden Buffets und guter Vorbereitung – ein Gastbeitrag von Susanne Lonkowsky

Als dieser Artikel entsteht ist es gerade Winter – und für viele Menschen fängt nun schon die Urlaubsplanung an. Für welches Reiseziel entscheidet man sich?  Was möchten die Familienmitglieder unbedingt sehen oder erleben? Früher oder später wird die Entscheidung fallen. Das Ziel vor Augen heißt es nun voller Ungeduld auf den Urlaub warten.

Genau wie die Wahl des Reiseziels ist die Verpflegung für mich persönlich ein großer Bestandteil meiner Urlaubsplanung. Wählen wir all-inclusive oder gehen wir lieber in Restaurants und versorgen uns selbst? Dies entscheide ich meist in Abhängigkeit vom Reiseziel.
Im Jahr 2017 haben wir unseren Sommerurlaub auf einem österreichischen Ponyhof verbracht. Verpflegung wurde in Form einer Halbpension angeboten. Frühstück gab es vom Buffet und zum Abendbrot konnte jeder Gast zwischen zwei Hauptgerichten wählen. Da ich mit Österreich regionale und wertvolle Nahrung verbinde, hatte ich meine Vorbereitungen auf ein Minimum beschränkt, nur ein paar Nüsse hatte ich immer dabei. Leider enttäuschte mich das Hotelangebot sehr. Zum Frühstück gab es eine große Auswahl an süßen und getreidehaltigen Cornflakes und Müslivarianten. Dazu jede Menge Brötchen und Brote. Am Abend war die Auswahl ebenfalls begrenzt. So musste ich auf Vorspeise und Nachspeise gänzlich verzichten und auch die Hauptspeise war für mich nur eingeschränkt essbar. Verhungern musste ich aber nicht, denn man kann in Österreich bereits in vielen Supermärkten Lebensmittel in Bioqualität erwerben. Außerdem gab es auf den Wanderungen genügend Restaurants, die mich mit regionalen Angeboten an Fleisch und Gemüse versorgten.
Viele Menschen legen in der Urlaubszeit großen Wert auf reichhaltige Buffets und eine umfassende Auswahl an alkoholischen Getränken. Immer wieder konnte ich beobachten, wie die Teller vollgeladen wurden. Vieles davon wurde gar nicht gegessen und landete im Müll. Waren die Teller erstmal abgeräumt, folgte ein weiterer Gang zum Buffet. Oft saß nur eine Person am Tisch und begann bereits zu essen, während der Partner noch fleißig den Teller füllte – so sahen meine Vorstellungen von einer gemeinsamen Urlaubsmahlzeit nicht aus.

Das Handgepäck gut bestücken

Vorbereitungen sind für mich ein wichtiger Punkt der Reiseplanung. Das bedeutet, dass ich z.B. für längere Flüge im Handgepäck immer eine Auswahl an Käse, Salami, Eiern und Gemüse einpacke. Außerdem verstaue ich im Koffer für den Rückflug oder für Ausflüge immer ausreichend Nüsse oder Salami. So bin ich unabhängig vom Angebot der Airlines oder der örtlichen Restaurants. Für viele Menschen gehören diese Überlegungen nicht mit zur Reiseplanung, aber ich empfinde dies nicht als störend. Wenn ich bereits Abstriche in der Zubereitung der Lebensmittel in Kauf nehmen muss, möchte ich doch wenigstens etwas essen, was meinem Ernährungsverhalten entspricht.

So war es auch nicht ganz leicht, den 14-tägigen Aufenthalt in den vereinigten Arabischen Emiraten zu planen. Was erwartete mich dort? Gebucht hatten wir die Reise mit einer all-inclusive Versorgung. Die Auswahl zum Frühstück empfand ich als hervorragend. So konnte ich mir täglich frische Spiegeleier oder Omelette mit Gemüse zubereiten lassen. Abgesehen vom verwendeten Fett oder der Herkunft der Eier war ich zufrieden. Mittags und abends aß ich oft Fisch, Meeresfrüchte oder Fleisch mit Gemüse. Auch hier wählte ich die Lebensmittel aus, die z.B. ohne Soßen zubereitet wurden. Die zuckerhaltigen Nachspeisen oder kohlenhydrathaltigen Beilagen blieben von mir stets unberührt liegen. Es fiel mir nicht schwer, darauf zu verzichten.

Meinen letzten Kurzurlaub im Dezember verbrachte ich mit Freunden in Barcelona. Eine Städtereise gehört jedes Jahr zu unserer festen Urlaubsplanung. Wie bei jeder Reise packte ich meine Grundausstattung an Lebensmitteln (Nüsse, Eier, Wurst) in mein Handgepäck. In Barcelona gab es sehr viele kleine Tapas-Restaurants. Ich fand eine reichliche Auswahl an kleinen Gerichten wie Omelette mit spanischer Salami, gegrilltes Gemüse, Käseplatten oder schmackhaftes Steak. Nur zum Frühstück fiel mir die Auswahl schwerer. So bestellte ich mir Spiegeleier und aß mein mitgebrachtes Low Carb Brot dazu.

Wie bereits erwähnt, plane ich nicht nur das Reiseziel, sondern auch meine Verpflegung. Auch wenn es für viele Menschen zu aufwendig erscheint, möchte ich auf meine kohlenhydratarme Ernährung nicht verzichten. Sie gehört untrennbar zu meinen Leben dazu. Ich empfinde es nicht als Verzicht, sondern als Bereicherung. Ich kann meinen Urlaub mit Freude und Energie erleben und viele Länder und Kulturen kennen lernen.

Ich bin gespannt, wohin mich das Jahr 2018 führen wird. Ziele und Vorstellungen habe ich mehr als genug, jetzt heißt es recherchieren und Angebote einholen.

Susannes Low Carb-Schnappschüsse im Urlaub

Über Susanne Lonkowsky

Susanne Lonkowsky
Ich heiße Susanne Lonkowsky. Hauptberuflich bin ich als Bilanzbuchhalterin tätig. Mein Weg zur Ernährung begann vor vielen Jahren mit einem einfachen Kurs. Danach ließ mich das Thema Ernährung nie mehr los. Ich wollte mehr, viel mehr wissen und verstehen. Ich fing an zu recherchieren und zu lesen. Irgendwann reichte mir auch dies nicht mehr aus. So fasste ich den Entschluss, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin ausbilden zu lassen.
2016 ging ich noch einen Schritt weiter. Ich gründete „s-light Die Ernährungsmanufaktur“ und begann meine Selbständigkeit als Ernährungsberaterin im Nebenerwerb. Das Jahr 2017 nutze ich intensiv, um mein Wissen zu erweitern. Mein großes Interesse galt der Low Carb Ernährung sowie der ketogenen Lebensweise. So begann ich u.a. für das Magazin Low Carb – LCHF zu schreiben. Außerdem kann man mir bei Instagram s_light_low_carb folgen. Dort veröffentliche ich meinen persönlichen Low Carb Alltag.

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