Regional, saisonal oder bio
Was kann man guten Gewissens kaufen?

Übervolle Supermarktregale sorgen für Verwirrung

Die Supermarktregale sind voll bis oben hin, und das zu jeder Jahreszeit. In größeren Läden werden bis zu 10 unterschiedliche Tomatensorten angeboten, verschiedenste Salate von Spinat über Rucola bis zu Pak Choi und eine extra Ecke mit Bioprodukten ist ebenfalls vorhanden.

Neben saisonaler Ware stehen dort Produkte aus aller Welt, die es uns ermöglichen auch außerhalb der Saison das zu essen, was wir gerne mögen. Menschen, die sich bewusst und soweit möglich ökologisch nachhaltig ernähren möchten, sind manchmal überfordert: Ist die spanische Bio-Tomate „besser“ als die deutsche ohne Bio-Siegel? Ist regional grundsätzlich vorzuziehen? Und bedeutet ein Bio-Siegel immer, dass das Lebensmittel gut für Mensch, Natur und Umwelt ist?

Saisonaler Einkauf

Beim Einkauf von Obst und Gemüse ist die Jahreszeit entscheidend für den Geschmack. Lebensmittel, die gerade Erntezeit haben, sind geschmacklich viel intensiver als jene, die unreif geerntet wurden und um den halben Erdball zu uns gereist sind. Das hat sicher jeder schon einmal erlebt, der in südlichen Ländern Urlaub macht und dort die heimischen Früchte oder Gemüsesorten kostet: eine Geschmacksexplosion gegenüber dem Verzehr hierzulande!

Doch der fade Geschmack ist das eine, hinzu kommt, dass umweltschädigende lange Transportwege via Schiff oder Flugzeug anfallen, wenn die Produkt von weit her nach Deutschlands transportiert werden. Und: Häufig sind Saisonprodukte günstiger zu haben als importierte Ware.

Für den Verbraucher ist nicht zu erkennen, ob ein Gemüse oder Obst gerade Saison hat oder nicht – die Regale sind immer gefüllt. Selbst die Discounter rüsten auf, dauerhafte Verfügbarkeit von Zucchini, Paprika und Tomaten ist eine Selbstverständlichkeit.
Im Winter und Frühjahr haben besonders wenig Sorten Saison bei uns in Deutschland, wer wirklich nur saisonal essen möchte, muss auf das meiste verzichten. Wer sich Low Carb ernährt, natürlich noch mehr. So müsste, wer konsequent saisonal kauft, von Januar bis März quasi nur Chicorée, Grünkohl, Chinakohl, Lauch, Rosenkohl, Schwarzwurzeln, Topinambur, Wirsing und Walnüsse essen. Das ist natürlich möglich, unsere Vorfahren haben Jahrhundertelang so gelebt. Doch wir sind das nicht mehr gewohnt und vermissen schnell unsere Basisprodukte.

Wer wirklich komplett saisonal essen möchte, sollte sich deshalb eine große Tiefkühltruhe zulegen – und in den Sommer- und Herbstmonaten kräftig vorsorgen.

Eine Übersicht, wann welche kohlenhydratarmen Gemüsesorten in Deutschland Saison haben, finden Sie hier.

Bio? Nicht um jeden Preis!

Bio-Produkte tragen ein sechseckiges, grünes Siegel, das sie als Bio-Lebensmittel kennzeichnet. Dieses Siegel bedeutet, dass alle europäischen Mindeststandards erfüllt sind.

Sicherlich macht es in vielen Fällen Sinn, Bio-Produkte zu kaufen. Doch wer hier auch an die Umwelt denkt, muss darauf achten, woher diese Produkte kommen. Bio-Süßkartoffeln aus Honduras oder Bio-Spargel aus Griechenland sind umweltschädigende Produkte, ebenso wie Erdbeeren zu Weihnachten. Der Transport von Lebensmitteln um die halbe Welt ist nicht wirtschaftlich, nicht nachhaltig.

Außerdem muss es nicht ausschließlich Bio sein: viele Landwirte halten die Standards für ökologischen Anbau ein, leisten sich aber keine teuren Bio-Siegel. Es lohnt sich also, einfach einmal nachzufragen und genau hinzuschauen, statt nur auf Siegel zu achten. Dies gilt ebenso für Fleisch: Ein Betrieb in der Region, der seine Tiere artgerecht hält und auf hochwertiges Futter achtet, liefert Produkte in sehr guter Qualität und sollte unterstützt werden.

Hier gilt also: Lieber Produkte ohne Bio-Siegel aus der Region, von denen man die Herkunft kennt, als Bio-Produkte aus fernen Ländern.

Regionaler Einkauf

Kauft man regional ein, kauft man wahrscheinlicher auch saisonale Ware, die zur optimalen Reife geerntet wird. Außerdem erhält man auf diese Weise Lebensmittel, deren Weg zwischen Produktion und Verbrauch kürzer kaum sein könnte, es sei denn man hat einen eigenen Garten.

Der regionale Einkauf wirkt sich aufgrund der richtigen Erntezeit und kürzeren Transportwege vorteilhaft auf Qualität und Geschmack aus: Es bleiben mehr Nährstoffe erhalten, die Ware hält länger und schmeckt aromatischer.
Wer an der tschechischen Grenze oder im Allgäu wohnt, kann natürlich ohne schlechtes Gewissen auch aus den Nachbarländern kaufen.

Auch beim Fleischeinkauf kann die regionale Herkunft vorteilhaft sein: Durch kürzere Transportwege vom Bauernhof zum Schlachthof produzieren die Tiere weniger Stresshormone. Neben der grundsätzlichen Vermeidung von Leid kann sich dies auch positiv auf den Geschmack auswirken.

Immer wieder werden wir als Verbraucher durch Lebensmittelskandale verunsichert. Ein Grund mehr, lieber auf regionale Produkte zu setzen! Wer die Möglichkeit hat, Eier und Gemüse auf Wochenmärkten oder Bauernhöfen einzukaufen, sollte davon Gebrauch machen. Mit dem Warenkauf in Ihrer Region unterstützen Sie Ihre regionalen Erzeuger und stärken damit Ihre eigene Region.

Doch auch hier gilt es, die Augen offenzuhalten: Früchte oder Gemüse können auch aus der Region kommen – und trotzdem außerhalb der Saison gezüchtet worden und ökologisch eigentlich nicht vertretbar sein. So kann man im Winter auch problemlos im Treibhaus gezüchtete Erdbeeren aus Deutschland erhalten. Obst und Gemüse aus Treibhäusern benötigt Wärmestrahler und Kunstlicht, die CO2-Bilanz ist enorm. Hier also geht die Gleichung „regional ist gleich ökologisch nachhaltig“ nicht auf.

Fazit

Unterstützen Sie wo immer möglich die regionale Land- und Viehwirtschaft, aber überprüfen Sie dennoch, ob es realistisch ist, dass dieses Lebensmittel aktuell verfügbar ist und unter welchen Umständen es produziert wurde.

Avocados beispielsweise haben in Deutschland nie Saison – auch wenn sie noch so beliebt sind, sollten sie eine leckere Ausnahme bleiben. Wer täglich Avocado frühstückt, tut der Umwelt keinen Gefallen.

Am besten wäre es natürlich, Sie würden regional, saisonal und bio einkaufen, doch dies lässt sich für viele Menschen, gerade mit schmalem Geldbeutel, nicht verwirklichen.

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