Avocado, das fetteste Obst der Welt
Nährstoffbombe und Ökowahnsinn

Gesunde Fette und viele Nährstoffe

Die Avocado gilt als sogenanntes „Superfood“, als Nahrungsmittel also, das eine besondere Wirkung auf den Körper hat und viele gesundheitsfördernde Nährstoffe enthält.

In den letzten zehn Jahren erlebte sie einen wahren Run – sie ist zum Lifestyleprodukt geworden und steht für moderne, umweltbewusste Küche, für Nachhaltigkeit und „Back to the Roots“. Wer Avocado isst, tut sich etwas Gutes, er achtet auf seinen Körper. Auf Pinterest war sie vor einigen Jahren das beliebteste Foto-Objekt im Bereich Nahrung und auch nach wie vor wird sie in Blogs, Kochbüchern, auf Instagram etc. gerne eingesetzt, fotografiert, geteilt.

Für Veganer ist sie eine enorme Bereicherung, da sie eine starke pflanzliche Fettquelle darstellt. Aus ihr kann man Mousse au Chocolat herstellen, sie als Brotaufstrich verwenden und sie kann sogar Ei ersetzen. Hass-Avocados bestehen zu fast einem Viertel aus reinem Fett (eine Avocado wiegt um die 250 g), wobei der Hauptteil auf einfach ungesättigte Fettsäuren entfällt. Der Kohlenhydratgehalt ist quasi vernachlässigbar. Hinzu kommen zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, die sie zu einem kleinen Nahrungswunder machen. Avocado hält lange satt und ist ein einfaches, schnelles Frühstück oder ein guter Snack.

Durch die erhöhte Nachfrage ist sie mittlerweile in jedem Supermarkt zu jeder Jahreszeit erhältlich, besonders bekannt in Deutschland ist die Sorte „Hass“. Sie hat eine tief dunkelgrüne Schale, fast Schwarz und kommt aus Chile, Peru, Brasilien, Südafrika, Israel oder der Dominikanischen Republik. Avocados wachsen an Bäumen, wo sie abfallen und schließlich am Boden weiterreifen. In Zeiten der „Avocado-Massenproduktion“ werden sie jedoch meistens direkt vom Baum gepflückt und verladen. Bis sie von selbst fallen würden, würde es zu lange dauern. Sie reifen noch lange nach, auch wenn sie längst in deutschen Supermärkten liegen.

Die Vielseitigkeit der Avocado

Avocado kann Öle und Butter beim Backen einfach ersetzen – statt beispielsweise 50 g Butter verwenden Sie einfach 50 g Avocado-Fruchtfleisch. Dieses sollte vor dem Backen mit der Gabel zerdrückt werden und sollte ausreichend weich, also reif, sein.

Avocadoöl ist ein sogenanntes Fruchtfleischöl, da es nicht aus dem Kern hergestellt wird. Es wird in erster Linie für kalte Speisen wie Salate, Quarkspeisen etc. verwendet.

Auch der Kern der Avocado kann verwendet werden. Schneiden Sie ihn in kleine Stücke und trocknen Sie ihn, beispielsweise mehrere Stunden bei 60 Grad im Ofen. Anschließend können Sie die Stücke zu Pulver vermahlen und als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen – denn all die Nährstoffe, die die Avocado so besonders machen, sind auch in hoher Konzentration im Kern.

Wie erkenne ich eine reife Avocado?

Avocados werden immer dunkler, je weiter sie reifen, wobei es auch Sorten gibt, die anfangs ganz grün sind. Die Hass-Avocado hat von Beginn an eine dunkle Schale.

Wenn sie sich leicht eindrücken lässt und unter dem Stielansatz noch grün ist, hat sie mit großer Sicherheit eine gute Reife erreicht. Wenn diese Stelle jedoch dunkel ist oder gräulich verschimmelt, ist sehr wahrscheinlich die ganze Avocado schon überreif oder bereits verdorben.

Auch wenn Sie beim Tasten spüren, dass die Schale sich schon hohl anfühlt sollten Sie sie nicht kaufen. Avocados sind nicht günstig – zwischen 1,80 Euro und 2,50 Euro kostet eine Frucht meistens. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn die Avocado innen bereits verfault ist.
Je nachdem, wann Sie die Avocado verwenden möchten, kann diese natürlich auch noch einen geringeren Reifegrad haben und zuhause nachreifen. Außerhalb des Kühlschranks wird sie meist in 2-4 Tagen reif, im Kühlschrank kann sie eine Woche oder länger lagern.

Wasserverbrauch und ökologischer Wahnsinn

Leider hat der massenhafte Anstieg des Avocado-Verzehrs auch schwere Folgen für Mensch und Natur – nämlich dort, wo sie produziert wird. Der Anbau von Avocado ist kompliziert, erfordert viel Wissen, Geschick und eine Menge Ressourcen.

In vielen Anbaugebieten fehlt es der Bevölkerung an Wasser, die Landschaft verdörrt und trocknet zunehmend aus – nicht jedoch auf den gigantischen Avocado-Plantagen, die Unmengen an Wasser verbrauchen. Zur Aufzucht eines Kilogramms Avocado werden rund 1000 Liter Wasser benötigt – das sind etwa 7 Badewannen voll Wasser für vier Avocados.
Zum Vergleich: Eine Tomate aus deutschem, konventionellem Anbau verbraucht etwa 13 Liter Wasser – eine ausländische Tomate kann dagegen natürlich ein vielfaches verbrauchen.

In Deutschland beträgt der durchschnittliche persönliche „Wasser-Fußabdruck“ eines jeden Menschen etwa 4.000 bis 5.000 Liter Wasser pro Jahr – hier ist mit eingerechnet, wie viel Wasser für das Herstellen von Konsumgütern im In- und Ausland benötigt werden und wie hoch der tatsächliche Pro-Kopf-Verbrauch pro Bundesbürger ist. Wer somit rund 15 Avocados im Jahr isst, hat den Wasser-Fußabdruck des Durchschnittsdeutschen bereits erreicht.

Hinzu kommt der weite Transportweg der Avocado nach Europa. Sie ist eine zimperliche Frucht – muss während des Transports zu einer bestimmten Temperatur gelagert werden, darf nicht mit anderen Früchten zusammenkommen, darf nicht dreckig oder angestoßen werden weshalb sie einzeln in Plastik verpackt sind. Um dem Verbraucher keine zu weichen oder zu harten Avocados zuzumuten, werden diese in aufwendigen Prozessen auf den Punkt gereift – seitdem ist ihre Beliebtheit noch viel weiter angestiegen.

Avocados sind für Menschen, die sich kohlenhydratarm ernähren, eine tolle Sache, denn sie können einfach und schnell zubereitet werden, haben auch Platz in der Handtasche für unterwegs und halten lange satt – Brezen, Banane und Co. fallen schließlich weg. Jedoch ist der massenhafte Verzehr von Avocados nicht unbedenklich. Wer umweltbewusst leben will, muss auf zu häufigen Avocadoverzehr verzichten.

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